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Luthers Lehre

Doctrina Christiana zwischen Methodus Religionis und Gloria Dei- Teil 2: Ihr Aufbau und ihr Auftrag

Wichmann von Meding

Teil 2 dieser Vertiefung in Luthers Theologie entfaltet nun, was der erste aus den literarischen Gattungen seiner Schriften erarbeitet hatte. Es tritt den meisten bisherigen, sehr verschiedenen Gesamtkonzepten gegenüber. Christus, nicht die Schöpfung oder gar Ethik, ist das Fundament, zu dem der Katechismus führt. Seine tragend aktive Kraft lässt die Heil schaffende Trinität begreifen. Deren Tun löst jubelndes Gotteslob aus. Es aber stört die selbstzufriedene Welt. Gott regiert sie zwar, sie jedoch widersteht ihm raffiniert. Ein theologisch ungebräuchliches Wort bündelt diese Dramatik und sagt, was der Reformator vom Geschehen zwischen Gott und Mensch in der Welt lehrte. Solche aus dem Zuhören geborene Schlichtheit fiel nicht nur einst auf.
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III. Luthers Lehre, systematisch erbaut

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Christus war dem mannigfach gedeuteten Reformator das Fundament schlechthin. Und doch beschreibt man die Lutherrose, ‚Merkzeichen meiner Theologie’: „In goldenem Ring [stehe] auf blauem Himmelsgrund die weiße Rose und ein lebensvoll glühendes rotes Herz“ - Zeilen später erst „das Todes- und Auferstehungskreuz Christi“1. Kürzer: „Ring, Rose, Herz, Kreuz“2. Er aber faßte sie vom Zentrum her, wie Kapitel 2 zeigte. Es scheint einigen Forschern fremd zu sein, fand doch einer 2008 „- ganz klar - auch Luthers Theologie … in Gestalt von Ofenkacheln“ seines Hauses und bildete Eva bekleidet ab: nach dem Sündenfall3. Töpferte der Professor? Wer seine Lehre in Fremdprodukten sucht oder auf den Kopf stellt, wird seiner zentralen Orientierung nicht gewahr. Sein erstgedruckter Satz betonte fern dem Üblichen, Christus sei zu hören (nicht Eva zu schauen). „Bevor es Christus erkennt, jagt das Herz nach nichts als Geld und Gut“4 (oder goldenen Ringen). Die sind Gegenmodell wahrer Lehre.

Im Kloster, ja da hatte auch er Christus verfehlt, ihn als Richter gefürchtet. Nicht einmal ihn darf man beliebig deuten. Sonst „hängen wir an uns selber eher als an Christus“5. Noch immer wird Luthers Jagd nach dem gnädigen Gott zitiert, als sei sie schon reformatorisch. Ihn zu hören mußte er lernen (Kapitel 14), nicht eigene Gelübde erfüllen, Selbstauferlegtes. Was er dann tat, legitimiert sich „am Kriterium des Christusglaubens“6. Unüblich, doch wie Staupitz griff er zur Exegese, seit er...

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