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Gottessohn und Mutter Erde auf bronzezeitlichen Felsbildern

Herman Wirth und die völkische Symbolforschung

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Luitgard Löw

Die Autorin stellt Herman Wirth (1885–1981) vor, der in den 1930er Jahren ein bekannter und umstrittener Gelehrter war. Der zirkumpolare Norden galt ihm als Quelle aller Kultur. Von dort trug die nordische Rasse die urmonotheistische Hochkultur in die Welt. Urschrift, Urkultur und Ursymbolik bildeten ein Erbe, um dessen Wiederbelebung er lebenslang kämpfte. In Symbolen, die er in volkskundlichem und archäologischem Material fand, besaß es eine Kontinuität bis in die Gegenwart. Wirths Ideen sprachen Heinrich Himmler an und führten zur Gründung des «Ahnenerbes». In diesem Rahmen stellte Wirth auf zwei Expeditionen nach Skandinavien 1935 und 1936 Gipsabgüsse her, die in Deutschland als Zeugnisse der hohen Kultur der nordischen Rasse galten.
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Herman Wirth: biographische Stationen

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Herman Felix Wirth wurde am 8. Mai 1885 in Utrecht in ein calvinistisches Elternhaus geboren. Die Familie des Vaters, Ludwig Wirth, geb. 1847, stammte aus dem rheinpfälzischen Bosenbach im Landkreis Kusel. Der Gymnasiallehrer und Privatdozent für deutsche Sprache an der Universität in Utrecht war in erster Ehe mit der Niederländerin Sophie Gijsberta Roeper Bosch verheiratet. Dieser Verbindung entstammten die Kinder Herman und Sophie. Nach dem frühen Tod seiner Frau 1891 ging der Vater ein Jahr darauf mit Jeanne Therése Baudet eine zweite Ehe ein, aus der vier weitere Kinder hervorgingen, darunter Hendri Philippe Wirth.81 Herman und seine Schwester wuchsen im Haushalt der strenggläubigen Tante Anne Willemine Meyes-Star Numan in Kampen auf, die mit einem Prediger verheiratet war.82 Nach dem 1904 bestandenen Abitur studierte Herman Wirth Germanistik, Niederländische Philologie, Geschichte und Musikwissenschaft in Utrecht und Leipzig. Zu seinen akademischen Lehrern in den Niederlanden zählte er Johan Hendrik Gallée, Professor für Alt-Germanische und Vergleichende Sprachwissenschaften an der Universität Utrecht, und Jacob Wijbrand Muller, Hochschullehrer für niederländische Philologie in Utrecht.83 1909 arbeitete Wirth als Lektor für niederländische Philologie an der Universität Berlin und promovierte 1910 im Fach Volkskunde bei John Meier in Basel mit der Arbeit Der Untergang des niederländischen Volksliedes.84 Darin vertrat Wirth die Ansicht, dass das niederländische „Volkslied“ unter dem Einfluss der internationalen, romantisierten städtischen „Parvenü-Luxuskultur“ des 17. und 18. Jahrhunderts verschwunden sei, in einer Epoche des Erfolgs...

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