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Die Politik der Volksrepublik China in Lateinamerika von 1990 bis 2010

Strategische Kooperationen und wachsende Konkurrenz

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Vera Philipps

China gehört heute zu den wichtigsten Handelspartnern und Investoren in Lateinamerika. Die Wirtschaftsbeziehungen illustrieren die konsequente Umsetzung der chinesischen Going Out-Strategie. Gewachsen sind dabei auch Abhängigkeiten und Spannungen. Hinter dem Engagement Chinas stehen neben dem Bedarf an Ressourcen und Absatzmärkten ein selektiver Multilaterismus mit geopolitischen Ambitionen und der diplomatische Wettbewerb mit Taiwan. Dieser Band gibt aus chinawissenschaftlicher Perspektive eine umfassende Übersicht über die Entwicklung der sino-lateinamerikanischen Beziehungen zwischen 1990 und 2010. Er geht der Frage nach, welche Prioritäten Peking setzt, welche Strategien und Theorien das Engagement leiten und welche Optionen sich daraus für die Zukunft der Beziehungen ergeben.
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5. Die Zusammenarbeit in internationalen Regimen

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5.Die Zusammenarbeit in internationalen Regimen

“Distance can never separate true friendship. The relations between China and Latin America have never been as close as today (…). Let's join hands and seize the historical opportunities to open new fronts in the friendly cooperative relations between China and Latin America, bring about benefits to both peoples and enhance the lofty cause of promoting world peace and development.” (Präsident Hu Jintao 2004)419

Man muss keinen Umweg über das Modell des chinesischen Staatskapitalismus gehen, um einen Zusammenhang zu sehen zwischen der chinesischen Importabhängigkeit zur Sicherung des Wirtschaftswachstums einerseits und dem Willen der chinesischen Regierung, die Regeln internationaler Ordnungspolitik mitzugestalten, andererseits. Die stärkere Einbindung Chinas in internationale Organisationen lässt mit Hilfe der IPÖ gut erklären: um der zunehmenden Komplexität ökonomischer Ströme auf transnationaler Ebene gerecht zu werden, erscheint die Nutzung der Regulierungskompetenz übergeordneter Institutionen als sinnvoll und notwendig. Kurz formuliert ist der wichtigste Beweggrund für die aktivere Beteiligung Chinas auf der internationalen Ebene die Schaffung einer soliden Vertrauensbasis zur Sicherung guter Wirtschaftsbeziehungen. Ein weiterer Grund ist die Sicherung von Einfluss in internationalen Organisationen mit zunehmender Gestaltungsmacht der chinesischen Regierung. Umgekehrt befürworten lateinamerikanische Staaten die Integration Chinas in multilaterale Institutionen aus dem Wunsch heraus, ihre Außenbeziehungen zu diversifizieren – und nicht, um den alten Regionalhegemon USA zu ersetzen.420

Die Empirie unterstützt diese Sicht: Seit Mitte der 1990er Jahre mehren sich die Anknüpfungspunkte, Dialoge und Vereinbarungen zwischen China und Lateinamerika...

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