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Religion – Macht – Freiheit

Deutsches Neuland: Eine Zwischenbilanz

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Thomas Brose

Zwar schreitet die Säkularisierung in Europa voran, aber der Prozess einer Re-Spiritualisierung gewinnt an Fahrt. Fragen, die unsere Gesellschaft unabhängig von konfessionellen Bindungen bewegen, lauten: Worauf können wir uns verlassen? Was sind Werte, die wirklich zählen? Braucht Europa das Christentum? Aber auch: Welche Gefahren birgt Religion in sich? Können moderne Menschen mit guten Gründen glauben?
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Führt Modernisierung zur Säkularisierung?

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Hans Joas

Stellt man die im Titel formulierte Frage, stößt man schnell auf die Schwierigkeiten, die sich aus der Mehrdeutigkeit der beiden in der Formulierung verwendeten Begriffe ergeben. Es ist deshalb nötig, einleitend kurz klarzustellen, in welcher Weise die beiden zentralen Begriffe hier verwendet werden und in welcher eben nicht.

1.  Der Begriff „Säkularisierung“

Der Begriff der Säkularisierung ist ursprünglich ein Rechtsbegriff; er wurde zunächst wohl nur verwendet, wenn es um den Wechsel von Ordensangehörigen in den Status von Weltpriestern ging. Begriffsgeschichtliche Untersuchungen zeigen, dass der Begriff erst eigentlich in Umlauf geriet, als im großen Umfang Anfang des 19. Jahrhunderts Kirchengut in staatlichen Besitz verwandelt oder jedenfalls der Kirche abgenommen wurde. Von all dem ist im Folgenden nicht die Rede. Es hat sich aber schon im 19. Jahrhundert im Gefolge dieser rechtlichen Säkularisierung eine philosophische und sozialwissenschaftliche Rede von der Säkularisierung entwickelt, die nun allerdings bedauerlicherweise ihre eigene Mehrdeutigkeit aufweist.

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