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Sozialgeschichte der spanischen Literatur in Deutschland

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Martin Franzbach

Der Autor untersucht die Beziehungen der spanischen zur deutschen Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart. In einer Reihe von Einzeldarstellungen und nach Jahrhunderten gegliedert ergibt sich ein abwechslungsreiches Panorama mit umfassenden Bibliographien. Das Buch thematisiert unter anderem Grimmelshausen und Harsdörffer, die Maurophilie Herders, Spanienbilder bei Lessing, Schiller, Goethe und Heine sowie die Rezeption des Theaters García Lorcas und die Kreation eines Bestsellers am Beispiel von Javier Marías.
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Das 16. und 17. Jahrhundert (Siglos de Oro)

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Einführung und Abgrenzungen

Erst durch die umfassenden quellenkritischen Arbeiten von Gregor, Vossler und Pfandl ist die spanische Literatur des Siglo de Oro (Goldenes Zeitalter), richtiger: Siglos de Oro im 20. Jahrhundert im deutschsprachigen Bereich auf solide Grundlagen gestellt worden. Andererseits zeigen die Untersuchungen Tiemanns, Briesemeisters und anderer, dass man nur durch detaillierte Archivstudien zu dauerhaften Ergebnissen gelangen kann. Die zeitliche Abgrenzung der Siglos de Oro ist unterschiedlich. Das Ende wird meist mit Calderóns Tod (1681) angesetzt. Aufgrund der dynastischen, politischen und religiösen Dominanz und aufgrund des habsburgischen imperialen Anspruchs waren die deutsch-spanischen Literaturbeziehungen in den Siglos de Oro so eng wie nie zuvor oder später.

Im Jahre 1520 zog Kaiser Karl V. (spanisch: Carlos I), der in den Niederlanden geboren war und nicht einmal ausreichend Spanisch sprach, nach Deutschland, um sich in Aachen krönen zu lassen. Auf dem Reichstag zu Worms schrie die spanische Hofkamarilla in echter Tradition des Autodafé „Al fuego, al fuego“ („Ins Feuer, ins Feuer“). Sie bezogen sich dabei auf das Wormser Edikt gegen den geächteten Martin Luther. Dieser Erlass hielt allerdings die Ausbreitung der Reformation in ganz Europa nicht auf.

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