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Sozialgeschichte der spanischen Literatur in Deutschland

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Martin Franzbach

Der Autor untersucht die Beziehungen der spanischen zur deutschen Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart. In einer Reihe von Einzeldarstellungen und nach Jahrhunderten gegliedert ergibt sich ein abwechslungsreiches Panorama mit umfassenden Bibliographien. Das Buch thematisiert unter anderem Grimmelshausen und Harsdörffer, die Maurophilie Herders, Spanienbilder bei Lessing, Schiller, Goethe und Heine sowie die Rezeption des Theaters García Lorcas und die Kreation eines Bestsellers am Beispiel von Javier Marías.
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Einleitung

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Die deutsch-spanischen Literaturbeziehungen sind bisher erst unzureichend aufgearbeitet worden. Das liegt einerseits an der immensen Stofffülle, andererseits an einer fehlenden Systematik. Den Ausgangspunkt bildet die Vortragsreihe des Bibliothekars und Professoren Hermann Tiemann „Das spanische Schrifttum in Deutschland von der Renaissance bis zur Romantik“ (1936, Reprint 1971). Angesichts der beginnenden „Waffenbrüderschaft“ zwischen der germanischen und spanischen Welt enthielten sich diese Vorträge vor der NS-Dozentenschaft der Hansischen Universität Hamburg allerdings jeder politischen Wertung, die der spiritus rector Professor Fritz Krüger allerdings intendiert hatte. Tiemanns unvollständige Untersuchungen basieren auf einem umfangreichen Katalog des spanischen Schrifttums in Deutschland, der allerdings nur Umrisse der Entwicklung zeigt und entgegen der Intention des Verfassers nie publiziert wurde.

Noch der Komparatist Gerhart Hoffmeister fußt in seiner Darstellung „Spanien und Deutschland. Geschichte und Dokumentation der literarischen Beziehungen“ (1976) auf den Forschungen Tiemanns. Hoffmeister versucht in seiner summarischen Darstellung auch die literarische Rezeption der spanischen und teilweise der lateinamerikanischen Literatur in Deutschland einzubeziehen, scheitert aber bei diesem ehrgeizigen Unternehmen. Vor allem fehlt ein literatursoziologischer Ansatz, der dieses Buch zu einem flüchtigen Materialschatz werden lässt.

Dazwischen liegt die Synthese des Hispanisten Edmund Schramm „Die Einwirkung der spanischen Literatur auf die deutsche“ (1957, zweite Auflage 1962) in Wolfgang Stammlers „Deutsche Philologie im Aufriß“ (21. Lieferung). In dieser Darstellung wird deutlich, dass die Aufgabe eigentlich nur in literaturvergleichender Arbeit zwischen Hispanisten, Germanisten, Historikern und Literatursoziologen zu leisten ist. Immerhin hat Schramm mit seiner Helferin Maria Schon umfangreiches Material...

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