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Vorträge und Aufsätze zur lateinischen Literatur der Antike und des Mittelalters

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Jürgen Blänsdorf

Der Band vereinigt die zwischen 2000 und 2014 entstandenen Untersuchungen zur lateinischen Literatur der Antike und des Mittelalters: Komödie und Epos, Philosophie und Geschichtsschreibung. Weitere Themen sind außerdem die Methoden der Textinterpretation, Metrik, römische Philosophie, Staatstheorie, Geschichte, Religion und Fachschriftsteller. Das Buch wendet sich an Interessenten in Universität und Gymnasien und weitere Leserkreise. Öffentliche Diskussionen über den Wert des Lateins berücksichtigen oft nur die Mühen des Spracherwerbs. Hier stehen Literatur und Geistesgeschichte im Vordergrund.
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Überlegungen zu einer Übersetzung des Plautus

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in heutigem Deutsch und antiken Versen1

I. Übersetzen in Rom

Die römische Literatur begann in der Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. fast ausschließlich mit Übersetzungen aus der griechischen Dichtung. Dabei stellten sich zwangsläufig die in allen Übersetzungsliteraturen zu beobachtenden Diskrepanzen zwischen Original und Übersetzung ein. Sie beruhen auf dem niemals völlig zu kompensierenden Abstand der Sprachen, Kulturen und Epochen, aber auch aus den von der jeweiligen Kulturumgebung bedingten verschiedenen Absichten der Übersetzer. Im Hinblick auf diese vier Kriterien sind folgende Feststellungen notwendig, um die Aufgaben und Probleme zu konkretisieren, die sich dem Übersetzer vom 3. Jahrhundert an und im Grunde ähnlich bis zum Ende der römischen Antike stellten. Sie kehren aber unter geänderten Bedingungen auch vom Mittelalter an bei der Übersetzung in eine der europäischen Sprachen wieder.

a) Die geringsten Schwierigkeiten scheint die Sprache zu bereiten. Denn das Lateinische ist wie das Griechische eine flektierende Sprache und ähnelt diesem auch in großen Bereichen von Morphologie und Syntax. Differenzen bestanden jedoch im Fehlen des Artikels im Lateinischen und in einem noch nicht ausdifferenzierten, z.B. auch zum Ausdruck theoretischer Sachverhalte fähigen Wortschatz.

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