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Vorträge und Aufsätze zur lateinischen Literatur der Antike und des Mittelalters

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Jürgen Blänsdorf

Der Band vereinigt die zwischen 2000 und 2014 entstandenen Untersuchungen zur lateinischen Literatur der Antike und des Mittelalters: Komödie und Epos, Philosophie und Geschichtsschreibung. Weitere Themen sind außerdem die Methoden der Textinterpretation, Metrik, römische Philosophie, Staatstheorie, Geschichte, Religion und Fachschriftsteller. Das Buch wendet sich an Interessenten in Universität und Gymnasien und weitere Leserkreise. Öffentliche Diskussionen über den Wert des Lateins berücksichtigen oft nur die Mühen des Spracherwerbs. Hier stehen Literatur und Geistesgeschichte im Vordergrund.
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Drei römische Dichter über Straßenbau und Reiseverkehr

I.

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Zum besseren Verständnis der drei poetischen Texte sei ein kurzer Überblick über das römische Straßenwesen vorausgeschickt. Zwei einleitende Texte mögen die historische Leistung des römischen Fernstraßensystems veranschaulichen. Der erste veranschaulicht die Reisemöglichkeiten in der Spätantike, der zweite zeigt, wie unentwickelt die Straßen noch im 19. Jahrhundert in so manchen, gar nicht abgelegenen Teilen Europas waren.

Die Nonne Egeria begab sich am Ende des 4. Jahrhunderts auf eine Pilgerreise, die sie von Südfrankreich in den Vorderen Orient führte und das Ziel hatte, alle im Alten und im Neuen Testament erwähnten Orte zu besuchen. So kam sie nicht nur bis nach Palästina, sondern auch auf die Sinai-Halbinsel und bis an den Nil. Sie reiste auf gut ausgebauten Straßen, fand überall Herbergen und Reiseführer vor, die ihr die heiligen Stätten erklärten und die Gebete nannten, die jeweils zu sprechen waren. Sie konnte es sogar wagen, den 2285 m hohen Berg Sinai zu besteigen. Und nur einmal, in Nordägypten, war eine militärische Eskorte notwendig.

Im Jahre 1840 unternahm der französische Dichter, Romancier und Reiseschriftsteller Théophile Gautier (1811-182) eine Bildungsreise nach Andalusien. Er schildert die Leiden dieser Reise, die teils über so unwegsame Strecken führte, dass der Kutscher die Straße und selbst die Richtung verlor. Auch Fernverbindungen wie die von Granada nach Malaga und von dort nach Cordoba, heute durch bequeme Eisen- und Autobahnen erschlossen, waren...

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