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Askese als Verhaltensrevolte

Konstanze Caysa

Das Buch stellt eine umfassende Philosophie der Askese dar und befasst sich mit dem Problem der Autoevolution des Menschen. Zugleich enthält es eine Philosophie der Stimmungen und Gefühle. Askese galt einst als Ausstiegsstrategie der Protestanten aus dem Katholizismus. Heute steht sie für eine perfekte Anpassung an den digitalen Kapitalismus, für Geschwindigkeit, Innovation, Flexibilität. Asketen gelten als apollinische Karrieristen, die mit ihrer ständigen Verfügbarkeit den Sozialstaat abschaffen wollen. Der Mensch ist ein Askesewesen, dessen Begierde durch die Sublimierung dionysischer Energie gehemmt wird. De facto ist die heutige Askese eine Art der Verhaltensrevolte gegenüber dem modernen Konsumismus, die auf einer modernen «Ökonomie des Heils» und einer «Ökonomie des Gehorsams» basiert.
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2. Autoevolution als transhumanistische Lebensanschauung

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2. Autoevolution als transhumanistische Lebensanschauung

Nietzsches Anthropologie transzendiert – im Gegensatz zum Christentum – den letzten Menschen ohne Transzendenz. Damit verbunden ist eine Umkehr der bisherigen Anthropologie.

Die traditionelle Anthropologie bestimmte das Wesen des Menschen immer danach, was er selbst nicht gezielt verändern kann, ihn aber grundlegend bestimmt. Das nannte man die „Natur“ des Menschen. Die erst beginnende biotechnische Revolution führt nun aber zu einem Paradigmenwechsel in der Anthropologie: Die Bestimmung des Wesens des Menschen als naturgegebene Wesenheit, als Geworfenheit, wird aufgehoben in der Bestimmung des Wesens des Menschen als biotechnischer Artefakt, als technologischer Entwurf, als Metatropie, als Nicht-Mehr-Natürlich-Sein und doch schon Künstlich-Sein.

Was überhaupt ist eine Metatropie? Ein Zwischen – Seyn! Die Metatropie ist das Zwischensein als Unterwegssein, ein Übersetzen von Einem Ufer zum Anderen, ein Hin und Her zwischen dem Einen und dem Anderen, ein Doch-Schon und Nicht-Noch.

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