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Die erste Schrift zur Vergleichenden Erziehungswissenschaft/The First Treatise in Comparative Education

Fridericus Augustus Hechtius: De re scholastica Anglica cum Germanica Comparata (1795–1798)- Lateinisches Original, deutsche und englische Übersetzung/Latin Original, German and English Translation

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Volker Lenhart

Für Komparatisten der Erziehung galt das 1817 publizierte Forschungsprogramm von Jullien bislang als der Beginn der Vergleichenden Erziehungswissenschaft. Aber die Abhandlung über den englisch-deutschen Bildungsvergleich von Hecht ist rund 20 Jahre älter und in einer sozialhistorischen Situation entstanden, als die alteuropäische Ordnung der Nationen und Staaten in die internationale Ordnung der Nationalstaaten überging. Das Buch bietet eine genaue Betrachtung des Textes von Friedrich August Hecht.
Comparatists of education usually assume that the research program published by Jullien in 1817 is the beginning of comparative education. But the text by Hecht comparing English and German school education is about 20 years older. It originates in a socio-historical situation when the old European order of nations and states is transformed into the new international order of nation states. The present volume offers a close look at the treatise by Friedrich August Hecht.
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Über das englische Schulwesen im Vergleich zum deutschen

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I

Es wäre gewiss nicht unnütz, wenn wir aus sicheren Werken der Geschichtsschreibung herausfinden könnten, welche Weise der Bildung und Regierung der Jugend die verschiedenen Nationen zu unterschiedlichen Zeitaltern in Gebrauch gehabt haben. Was freilich in dieser Angelegenheit von den alten griechischen und lateinischen Autoren bei Gelegenheit, gleichsam im Vorübergehen, erwähnt wurde, kann man nur als zerteilt und verstümmelt ansehen. So werde ich über den größten Teil der antiken Historiker, deren Schriften auf uns gekommen sind, nichts sagen, denn sie haben es unternommen über Kriegsgeschichte zu schreiben, die von der Geschichte der Künste und Wissenschaften weit entfernt ist. Auch die, die Bildungsinhalte behandelt haben, haben das ganze Geschäft der Jugendbildung als eine ihrer eigenen Zeit wohl bekannte Sache übergangen.

In den Jahrhunderten aber, in denen jede Lehre, besonders aber die humanistischen Wissenschaften, die bei den Griechen und Römern so hoch standen, in Verfall zu geraten begannen, bis zu jenen Zeiten, in denen ein besseres Licht für die Wissenschaften aufging, hatten sich die Geschichtsschreiber, oder vielmehr die von Annalen, lange andere Inhalte, wundersame oft und abergläubische, zu erzählen vorgenommen. Diejenigen, die Geschichte der Klöster schrieben, haben zuweilen die in ihnen gegründeten Schulen erwähnt, aber dennoch, was in dieser Hinsicht besonders der Betrachtung wert ist, nicht gekannt, oder sie haben sich nicht darum gekümmert.

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