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Lampenfieber und Angst bei ausübenden Musikern

Kritische Übersicht über die Forschung. Zweite, überarbeitete Auflage

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Ein Bühnenauftritt verlangt vom Musiker Konzentration und schöpferische Kraft statt Aufregung und Angst. Ist die optimale Konzerterfahrung eine Schimäre? Weder für Lampenfieber noch für Aufführungsangst existiert eine einheitliche Definition. Das Ergebnis ist ein Bündel von Symptombeschreibungen und Erklärungsversuchen, differierenden theoretischen Ansätzen und experimentellen Methoden. Dieser Literaturbericht umfaßt Erkenntnisse aus der Angstforschung, Sportpsychologie und klinischen Psychologie. Diese werden unter Einbeziehung der Besonderheiten des Musizierens betrachtet. Durch eine geordnete Übersicht wird Auskunft über den gegenwärtigen Wissensstand geboten. Die kritische Beurteilung der bisherigen Untersuchungen schließt Empfehlungen für die zukünftige Forschung ein.
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III. Die Theorie der optimalen Leistung

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III.   Die Theorie der optimalen Leistung

Im Gegensatz zu den Differenzen darüber, wie das Phänomen genannt werden soll, scheint unausgesprochen Einigkeit darüber zu herrschen, daß es sich jedenfalls durch einen Katalog von Symptomen definieren ließe, auch wenn die Ursachen nicht genau erkannt oder verstanden würden.34 Im nächsten Teil (Teil IV – Symptome und beitragende Faktoren) befindet sich ein solcher Katalog.

Zwei weitere Feststellungen finden ebenfalls Zustimmung in der Fachwelt: es handelt sich bei diesem Phänomen (a) nicht (nur) um die Folge von Unerfahrenheit, schlechter Vorbereitung oder mangelnden Könnens und (b) um weit mehr als nur die physiologischen Auswirkungen eines Reizes. Im Rahmen dieser beiden Thesen sind wichtige Begriffe entstanden, worauf jetzt näher eingegangen wird.

Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, daß sich die Aufführungsangst mit mehr Üben und/oder häufigerem Auftreten beseitigen ließe.35 Denn Untersuchungsergebnisse beweisen, daß weder die langjährige Erfahrung eines professionellen Musikers, noch seine Expertise einen Einfluß auf die Häufigkeit oder Heftigkeit seines Lampenfiebers haben müssen.36

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