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Philanthropie 2.0

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Edited By Johannes Krall, Richard Lernbass, Harald Mahrer, Christoph Neumayer and Oliver Stauber

Der soziale Kapitalmarkt ist im Wachstum begriffen. Neben der langen Tradition der Philanthropie im angloamerikanischen Raum haben europäische Staaten unterschiedliche Entwicklungsstufen erreicht. Philanthropisches Engagement privater Stiftungen und institutioneller Investoren generiert einen unverzichtbaren Impact für politische, wissenschaftliche, sozial-karitative und ökologische Aufgaben. Die private Förderung von Start-ups und Social Entrepreneurs kommt insbesondere den gesellschaftspolitisch relevanten Parametern Innovation und Beschäftigung zugute. Moderne Stiftungen begnügen sich nicht mit der Bereitstellung finanzieller Mittel. Komplexen Herausforderungen und Lösungsansätzen wird im Wege kollaborativen Wirkens begegnet. Zunächst geht es um den Aufbau einer Gemeinnützigkeitskultur und die Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen. Diese stehen unter dem Postulat der politischen Akzeptanz des gemeinnützigen Akteurs und der Anerkennung seines Beitrags zum Gemeinwohl der zivilen Gesellschaft. In diesem Kontext ist etwa die instrumentelle Funktion von Steuerbegünstigungen von hoher Effizienz gekennzeichnet. Schließlich ebnet diese den Boden für die erforderliche Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Finanzierungsformen. Im Idealfall impliziert philanthropisches Verhalten eine Win-win-Situation und bewirkt direkte Umverteilung hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit.
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Status Quo und Zukunftsperspektiven des gemeinnützigen Stiftungssektors in Österreich

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Abstract: Austria has recently taken first steps towards better framework conditions for foundations and philanthropy. A long term oriented approach taking into account regulatory improvements but also a cherishing attitude towards the societal engagement of private individuals is needed to unleash the viable potential of philanthropic contributions.

1.   Einleitung

Stiftungen sind in vielen Ländern wichtige Akteure der Zivilgesellschaft. Was international üblich ist, ist jedoch in Österreich nicht der Fall. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass das österreichische Stiftungswesen aufgrund historischer Ereignisse und gesellschaftspolitischer Entwicklungen einen anderen Entwicklungspfad genommen hat als in vergleichbaren Ländern.

Vor allem in der ersten Hälfte des 20ten Jahrhunderts gab es in Österreich eine blühende Stiftungslandschaft. Diese ist durch Weltwirtschaftskrise der späten 1920er Jahre, die Nazi-Diktatur und den zweiten Weltkrieg zerstört worden. Der österreichische Stiftungssektor umfasste vor 1938 ungefähr 5700 gemeinnützige Stiftungen und Fonds. Eine beträchtliche Zahl von Stiftungen wurde schon vorher als Konsequenz der Weltwirtschaftskrise aufgelöst, da das Vermögen vieler Stiftungen aufgrund der hohen Inflation nicht mehr für die Erfüllung der Zwecke ausreichte. Während der Naziherrschaft wurde der Stiftungssektor weiter dezimiert. 2400 Stiftungen wurden aufgelöst, zerstört oder enteignet (Stammer 1983).

Mit dem Stiftungs- und Fondsorganisationsgesetz von 1954 wurde zwar versucht, den früheren Zustand wieder herzustellen, was aber nicht gelang. Damit ist in den Folgejahren auch ein Großteil der philanthropischen Kultur abhandengekommen. Durch die Übernahme vieler sozialer Aufgaben...

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