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Der Übergang zur Elternschaft mit oder ohne Trauschein

Elterliche Lebensform und partnerschaftliche Arbeitsteilung zwischen Geschlechterkultur, Geschlechterstruktur und geschlechtsbezogenem Handeln

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Karin Holzer

Die Autorin untersucht den Traditionalisierungseffekt bei verheirateten und unverheirateten Paaren. Anders als in der bisherigen wissenschaftlichen Forschung sieht sie die Gründe für diesen in der Institution Familie. Erkenntnisse der Familiensoziologie und der Frauen- und Geschlechterforschung miteinander vereinend, formuliert sie die Entwicklung eines integrativen Forschungsansatzes als Forschungsziel und setzt dieses methodisch mithilfe einer subjekt- und paarorientierten Übergangsforschung um.
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2. Der Übergang zur Elternschaft als Forschungsgegenstand

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Der Übergang zur Elternschaft stellt ein einschneidendes Lebensereignis von Frauen und Männern dar und kann auf Grund der damit verbundenen prägenden Lebensveränderungen ebenso mit einer „Geburt der Eltern“ (vgl. Schülein, 2003) gleichgesetzt werden. Der Umstand, dass sich mit der Elternwerdung „die Lebenssituation dieser jungen Menschen in fast jeder Beziehung [ändert]“ (Petzold, 1991, S. 28), mag auch der Anstoß dafür gewesen sein, dass dieser Statusübergang zum Forschungsgegenstand verschiedener Disziplinen erklärt wurde und bereits auf eine langjährige Forschungstradition und rege Forschungsaktivität zurückblicken kann (vgl. Bleich, 1999).

Gemäß einer familiensoziologischen Ausrichtung kann die Analyse des Übergangs zur Elternschaft analog des Forschungsgegenstandes der Familie auf drei theoretischen Ebenen erfolgen (vgl. Huinink & Konietzka, 2007): aus einer historisch-gesellschaftlichen Betrachtungsperspektive (Makroperspektive), aus einer beziehungstheoretischen Ebene des Paares oder aus einer lebenslauforientierten Perspektive des Individuums und des Paares bzw. des individuellen und paarbezogenen Handelns (Mikroperspektive).

Die bisherige wissenschaftliche Erforschung von Familiengründung und Elternschaft erfolgte dabei schwerpunktmäßig sowohl aus der familiensoziologischen Makroperspektive, als auch auf der psychologisch oder beziehungstheoretisch orientierten Ebene des Paares. Letztere befasst sich hierbei insbesondere mit den Auswirkungen der Elternschaft für die Paarbeziehung. In diesem Rahmen sind auch diejenigen Studien zu verorten, die sich mit dem „Traditionalisierungseffekt“ (Reichle, 1996, S. 70) bei (werdenden) Müttern und Vätern befassen, der sich vor allem mit der (ungleichen) Aufteilung beruflicher, häuslicher und familialer Aufgaben bei der Familiengründung beschäftigt. Wichtige theoretische Konzepte und Forschungsergebnisse gingen in...

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