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Der Übergang zur Elternschaft mit oder ohne Trauschein

Elterliche Lebensform und partnerschaftliche Arbeitsteilung zwischen Geschlechterkultur, Geschlechterstruktur und geschlechtsbezogenem Handeln

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Karin Holzer

Die Autorin untersucht den Traditionalisierungseffekt bei verheirateten und unverheirateten Paaren. Anders als in der bisherigen wissenschaftlichen Forschung sieht sie die Gründe für diesen in der Institution Familie. Erkenntnisse der Familiensoziologie und der Frauen- und Geschlechterforschung miteinander vereinend, formuliert sie die Entwicklung eines integrativen Forschungsansatzes als Forschungsziel und setzt dieses methodisch mithilfe einer subjekt- und paarorientierten Übergangsforschung um.
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8.2.5.4 Ausgestaltung der Elternschaft nach der Familiengründung

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Frägt man wieder pauschal die Frage, ob und was im Hinblick auf die ursprüngliche privat-familiale und berufliche Planung bei Delia und Thomas anders kam im Hinblick auf die partnerschaftliche Arbeitsteilung (berufliches Engagement, Arbeitsteilung der häuslichen und familiären Arbeiten), so zeichnet sich folgendes Bild:

Bei Delia wird zunächst deutlich, dass sie von den mit der Elternschaft eingetretenen Veränderungen tendenziell überrascht wurde: So betont Delia, dass sie keine Vorstellungen weder von der großen, einnehmenden ← 299 | 300 → Verantwortungsübernahme noch von der dauerhaften Umstellung ihrer Schlafgewohnheiten hatte.

Zudem erlebte sie eine große Betroffenheit bzw. Trauer, da sie eine nichterwartete Entfremdung in Freundschaften durch ihre lange Abwesenheit in den ersten Lebensmonaten ihres Kindes erlebte: Diese ergab sich auf Grund der unterschiedlichen Lebenssituationen von sich und ihren Freunden. Nicht nur das Außenvorsein bei bestimmten Freizeitbeschäftigungen (z.B. Bergtouren), sondern auch das (zum Teil damit verbundene Fehlen) gemeinsamer Gesprächsthemen mit Freunden, die keine Kinder haben, ist die Ursache für das empfundene Auseinanderdriften der Lebenswelten.

Thomas hingegen beschreibt lediglich die abnehmenden Möglichkeiten Privatinteressen zu verfolgen, wobei er, ähnlich wie Delia, Einschränkungen bei der Pflege von Sozialkontakten als einschneidenste Veränderung erlebt hat. Vielmehr hat eine Beschränkung auf bestimmte Freizeitinteressen stattgefunden. Während also Delia und Thomas Veränderungen in der Quantität der Ausübung von Privat- und Freizeitinteressen erlebt haben, sticht bei Delia zudem die Veränderung der Qualität von Freundschaften hervor.

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