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Sŏwŏn – Konfuzianische Privatakademien in Korea

Wissensinstitutionen der Vormoderne

Series:

Eun-Jeung Lee

Sŏwŏn waren konfuzianische Privatakademien, die sich seit Mitte des 16. Jahrhunderts in Korea rasch verbreiteten. Sie waren Orte der Generierung, Weitergabe und Stabilisierung verschiedener Formen von Wissen, aber auch Institutionen mit eigenständigen Ordnungen, die ihr eigenes Funktionieren wie auch ihr Verständnis und ihren Umgang mit Wissen regulierten. Die Autorin analysiert, wie und in welcher Form das neokonfuzianische Wissen in den Sŏwŏn institutionalisiert und wie dieses institutionalisierte Wissen in der Praxis gehandhabt wurde. Sie untersucht sowohl die Akteure und Prozesse der Institutionalisierung als auch die Formen des Wissenstransfers innerhalb, zwischen und jenseits dieser konfuzianischen Privatakademien.
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I. Koreanische Sŏwŏn als Forschungsgegenstand

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I.  Koreanische Sŏwŏn als Forschungsgegenstand

1.  Sŏwŏn – Entdeckung der Tradition?

Sŏwŏn waren konfuzianische Privatakademien, die sich seit Mitte des 16. Jahrhunderts in Korea rasch verbreiteten. Sie wurden für das Studium der neo-konfuzianischen Lehre inmitten zumeist sehr schöner Landschaften und in nicht allzu großer Entfernung von menschlichen Siedlungen errichtet. Die Architektur der Sŏwŏn passte sich der Landschaft an, folgte aber ihren wesentlichen Funktionen, indem sie einen Lehr- und einen rituellen Bereich klar unterschied. Zum Lehrbereich gehörten auch eine Bibliothek sowie Unterkünfte für die Studenten, in denen sie sich auch dem Studium der klassischen Texte widmeten. Die Vorlesungshallen sind großzügig ausgelegt. Manche sind nach allen Seiten vollkommen offen, sodass diese Anlagen eine Einheit mit der umgebenden Natur bilden. Auch die Lehrer und ihre Schüler müssen sich als Teil der sie umgebenden Landschaft gefühlt haben. Von den wenigen bis heute erhalten gebliebenen Sŏwŏn werden Anstrengungen unternommen, damit neun in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen werden.

Bild 1: Vorlesungshalle der Pyŏngsan Sŏwŏn.

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