Show Less
Restricted access

Beratung in der Weiterbildung als institutionelle Interaktion

Series:

Tim Stanik

Die Studie bezieht Institutionen als pädagogische Organisationsformen und Beratungen als interaktive Prozesse systematisch aufeinander. Mit dem Ziel, die latenten Einflüsse der institutionellen Anbieter und die ihrer Träger auf Beratungen in der Weiterbildung zu rekonstruieren, werden Beratungen einer Volkshochschule und einer kommunalen Weiterbildungsberatungsstelle interaktionsanalytisch und ethnografisch untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Weiterbildungsberatungen nicht nur eine inner- und außerinstitutionelle Lotsenfunktion übernehmen und von institutionellen Interessen geleitet werden, sondern auch maßgeblich vom institutionellen (Nicht-)Wissen und den Routinen der Beratenden abhängig sind.
Show Summary Details
Restricted access

6 Analysen institutioneller Interaktionen

Extract

6    Analysen institutioneller Interaktionen

Untersuchungen von Beratungen in der Weiterbildung als institutionelle Interaktionen wurden, wie die Studien gezeigt haben (vgl. Kap. 4), bislang noch nicht durchgeführt. Dies überrascht insofern, als die ‚ethnomethodologische Konversationsanalyse‘ auf die u. a. Enoch (2011) und Maier-Gutheil (2009) zurückgreifen Gespräche auch als institutionelle Interaktionen erforschen. Dies trifft ebenfalls auf die in Deutschland entwickelte, linguistische ‚pragmatische‘ oder ‚funktionale Diskursanalyse‘ zu.

Beide Forschungsrichtungen werden im Folgenden skizziert, um darzulegen, wie ein methodischer Zugriff auf die institutionellen Dimensionen von Beratungsinteraktionen erfolgen kann. Außerdem werden die übergreifenden Dimensionen institutioneller Interaktionen, die mit Hilfe beider Forschungsrichtungen ermittelt werden konnten, genutzt, um für solche bei den eigenen Analysen zu sensibilisieren.

6.1    Erforschung institutioneller Interaktion mit Hilfe der pragmatischen Diskurs- und der ethnomethodologischen Konversationsanalyse

Sowohl die pragmatische Diskurs- als auch die ethnomethodologische Konversationsanalyse betrachten Interaktionen als soziales Handeln. Während die Diskursanalyse37 die Verfolgung von (gesellschaftlichen) Zwecken annimmt, unterstellt die Konversationsanalyse Ordnungsmechanismen von Gesprächen. Obwohl beide Ansätze institutionelle Interaktion und Kommunikation erforschen, legen sie unterschiedliche Definitionen von Institutionen zu Grunde bzw. unterstellen diesen einen unterschiedlichen Grad an Verbindlichkeit, für die Gespräche.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.