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Beratung in der Weiterbildung als institutionelle Interaktion

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Tim Stanik

Die Studie bezieht Institutionen als pädagogische Organisationsformen und Beratungen als interaktive Prozesse systematisch aufeinander. Mit dem Ziel, die latenten Einflüsse der institutionellen Anbieter und die ihrer Träger auf Beratungen in der Weiterbildung zu rekonstruieren, werden Beratungen einer Volkshochschule und einer kommunalen Weiterbildungsberatungsstelle interaktionsanalytisch und ethnografisch untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Weiterbildungsberatungen nicht nur eine inner- und außerinstitutionelle Lotsenfunktion übernehmen und von institutionellen Interessen geleitet werden, sondern auch maßgeblich vom institutionellen (Nicht-)Wissen und den Routinen der Beratenden abhängig sind.
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7 Ethnografie und die Analyse von Interaktion

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7    Ethnografie und die Analyse von Interaktion

Wie die Aufarbeitung des Forschungsstandes gezeigt hat, könnte eine Hinzunahme von weiteren ethnografischen Daten für die vorliegende Untersuchung ertragreich sein, um die institutionellen Dimensionen von Beratungsinteraktionen zu erfassen (vgl. Kap. 4.3). Eine solche Anreicherung wird auch dann notwendig, wenn nicht nur Mechanismen der Gesprächsorganisation, sondern auch Gesprächsinhalte betrachtet werden (vgl. Deppermann 2000, S. 102). Dies trifft für die vorliegende Studie insofern zu, als gemäß der differenzierten Forschungsfrage z. B. auch institutionelle Interessen oder Wissensformen Gegenstände der Analysen werden (vgl. Kap. 4.2).

In diesem Kapitel wird daher zunächst das Forschungsprogramm der Ethnografie skizziert sowie ihr historischer und aktueller Stellenwert in der Erwachsenen-/Weiterbildung(sforschung) dargestellt. Außerdem werden die Potenziale und Notwendigkeiten der Anreicherung von Gesprächsdaten mit weiteren ethnografischen Daten erörtert. Es wird methodologisch begründet, die Analysen der Beratungsinteraktionen mit weiteren Daten anzureichern.

7.1    Ethnografie

Die Ethnografie ist ein Forschungsprogramm, das aus der Kulturanthropologie von den Sozialwissenschaften adaptiert wurde, um Lebensweisen, Lebensformen und Lebensstile von innen heraus zu verstehen und so den Eigen-Sinn ‚fremder Welten‘ zu erkunden (vgl. Hitzler 2003, S. 48). Im Unterschied zu ethnologischen werden sozialwissenschaftliche Ethnografien in den eigenen Gesellschaften durchgeführt, um Verhalten in Alltagskontexten zu untersuchen (vgl. Knoblauch 2001, S. 124; Hitzler 2003, S. 48). Während Akteure (Handlungs-)Probleme in der Regel unreflektiert lösen, betrachten ethnografische Forschungen systematisch Handlungen und ihre Erzeugung, um zu untersuchen, wie Akteure für sich...

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