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Beratung in der Weiterbildung als institutionelle Interaktion

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Tim Stanik

Die Studie bezieht Institutionen als pädagogische Organisationsformen und Beratungen als interaktive Prozesse systematisch aufeinander. Mit dem Ziel, die latenten Einflüsse der institutionellen Anbieter und die ihrer Träger auf Beratungen in der Weiterbildung zu rekonstruieren, werden Beratungen einer Volkshochschule und einer kommunalen Weiterbildungsberatungsstelle interaktionsanalytisch und ethnografisch untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Weiterbildungsberatungen nicht nur eine inner- und außerinstitutionelle Lotsenfunktion übernehmen und von institutionellen Interessen geleitet werden, sondern auch maßgeblich vom institutionellen (Nicht-)Wissen und den Routinen der Beratenden abhängig sind.
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13 Methodische Reflexion und weitere Forschungsbedarfe

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13    Methodische Reflexion und weitere Forschungsbedarfe

Problematisch waren zunächst Definition und Eingrenzung der Untersuchungsgegenstände, um Beratungen in der Weiterbildung als institutionelle Interaktionen zu analysieren. In der vorliegenden Studie wurden institutionelle Interaktionen als Gespräche zwischen körperlich anwesenden Personen betrachtet, bei denen die institutionellen Vertreterinnen und Vertreter als Beratende ihre Arbeit mittels Kommunikation verrichten und die Klientinnen und Klienten als Ratsuchende ihre Ziele verfolgen (vgl. Drew/Heritage 1992, S. 3). Diese Definition macht die Studie insofern angreifbar, als ein alltagssprachlicher, „heuristisch vorgreifender“ Institutionsbegriff zu Grunde gelegt worden ist (vgl. Hausendorf 2001, S. 974). Entgegengehalten werden kann, dass keine allgemeine erziehungs- und sozialwissenschaftliche Theorie der Institutionen existiert (vgl. Tippelt 2009, S. 454). Gemeinsam ist den unterschiedlichen Verständnissen von ‚Institution‘ jedoch, dass durch sie zum Ausdruck gebracht wird, dass das Zusammenwirken, also der Umgang der Menschen miteinander, sich nicht zufällig oder beliebig, sondern geregelt, vollzieht (vgl. Gukenbiehl 2010, S. 146). Einrichtungen, die zu einer solchen ‚Verregelung‘ beitragen oder diese absichern, können dementsprechend als ‚Institutionen‘ betrachtet werden (vgl. Tietgens 1984, S. 288). Die Institutionen wurden in der vorliegenden Studie in Anlehnung an die ethnomethodologische Konversationsanalyse nicht als vorgegebene Struktur, sondern als ein in der Interaktion konstruierter bzw. für die Interaktion möglicherweise relevanter Kontext verstanden.

Da aufgrund der qualitativen Anlage der Studie weder alle Beratungsformate noch alle Beratungsanbieter der Weiterbildung untersucht werden konnten, musste eine Auswahl vorgenommen werden. Mit einer Volkshochschule und einer kommunalen Weiterbildungsberatungsstelle wurden zwei öffentliche Einrichtungen untersucht, die einrichtungsgebundene und -...

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