Show Less
Restricted access

Minderheiten im sozialistischen Jugoslawien

Brüderlichkeit und Eigenheit

Series:

Edited By Kateřina Králová, Jiří Kocian and Kamil Pikal

Dieses Buch bietet einen umfassenden Einblick in die Politik des jugoslawischen Staates gegenüber seinen 15 wichtigsten, offiziell anerkannten, ethnischen Minderheiten. Das bunte ethnische Mosaik, welches Jugoslawien im 20. Jahrhundert gekennzeichnet hat, weckte seit jeher das Interesse der Geistes- und Sozialwissenschaft. Mit ihm ging stets die Frage einher, ob und wie ein Staat mit derartigen Voraussetzungen funktionierend und effektiv gestaltet werden könne. Die Autorinnen und Autoren werfen in ihren Fallstudien dabei eine Reihe von Themenfeldern auf, welche die Relevanz der behandelten Minderheitensituation nicht nur für das Verständnis der Geschichte des sozialistischen Jugoslawien, sondern auch von multiethnischen Staaten insgesamt verdeutlichen.
Show Summary Details
Restricted access

Ruthenen und Ukrainer

Extract



Will man die Entwicklung der beiden sich nahestehenden Minderheiten, der Ruthenen (historisch auch Rusinen oder Rusniaken bzw. Karpato-Ukrainer) und Ukrainer, ihre gegenseitigen Beziehungen und das Zusammenleben darlegen, gerät man unweigerlich auch in die bereits lange andauernde Diskussion über die ruthenische Identität. Die Frage lautet, ob beide genannten Gruppen als ein einheitliches, in zwei Richtungen ausgeprägtes nationales Ganzes gelten sollen, oder ob es sich um zwei unterschiedliche Nationalitäten handelt. Die besonderen jugoslawischen Erfahrungen können für den Vergleich der Situation und der Lösung des Problems in der Karpatenukraine und bei einigen westlichen Nachbarn der Ukraine nützlich sein.

In diesem Aufsatz wird die Tatsache berücksichtigt, dass die Ruthenen und Ukrainer in Jugoslawien und seinen Nachfolgestaaten trotz gewissen kleineren Verschiebungen vorwiegend als zwei unterschiedliche Nationalitäten wahrgenommen wurden. Angesichts des Doppelcharakters der ruthenisch-ukrainischen Identität, die die gemeinsamen Beziehungen von Ruthenen und Ukrainern auf beiden Seiten der ukrainischen Westgrenze prägte, war es in der Vergangenheit nicht möglich, zwischen ihnen eine eindeutige Trennlinie zu ziehen.1

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.