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Minderheiten im sozialistischen Jugoslawien

Brüderlichkeit und Eigenheit

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Kateřina Králová, Jiří Kocian and Kamil Pikal

Dieses Buch bietet einen umfassenden Einblick in die Politik des jugoslawischen Staates gegenüber seinen 15 wichtigsten, offiziell anerkannten, ethnischen Minderheiten. Das bunte ethnische Mosaik, welches Jugoslawien im 20. Jahrhundert gekennzeichnet hat, weckte seit jeher das Interesse der Geistes- und Sozialwissenschaft. Mit ihm ging stets die Frage einher, ob und wie ein Staat mit derartigen Voraussetzungen funktionierend und effektiv gestaltet werden könne. Die Autorinnen und Autoren werfen in ihren Fallstudien dabei eine Reihe von Themenfeldern auf, welche die Relevanz der behandelten Minderheitensituation nicht nur für das Verständnis der Geschichte des sozialistischen Jugoslawien, sondern auch von multiethnischen Staaten insgesamt verdeutlichen.
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Magyaren

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Das Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens, auf dem die magyarische Minderheit siedelt, lässt sich relativ leicht eingrenzen. Es handelt sich um das sogenannte Südungarn (Délvidék) des früheren Magyarischen Königreichs, vor allem die serbische Vojvodina (Vajdaság), die kroatische südliche Baranja (Dél Baranya oder Drávaszög), Ost-Slawonien (Keleti Szlavónia, Slavonija) und in kleinerem Umfang noch die sogenannte Murinsel (Muravidék, Prekmurje) in Slowenien. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts sank die Zahl der Angehörigen der magyarischen Minderheit in diesen Gebieten jedoch fortlaufend. In der Zeit des Königreiches Jugoslawien stand diese Gruppe unter einem starken Assimilationsdruck, und nach dem Krieg galten die Bewohner magyarischer Nationalität dem sozialistischen Regime als ehemalige Kollaborateure. Die magyarische Minderheit war in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre deswegen wiederholt Repressionen ausgesetzt, auch wenn diese Maßnahmen nicht so drastisch waren wie die gegen die deutsche Minderheit. So wurden die Magyaren im Unterschied zu den Deutschen nicht vertrieben und in den 1950er Jahren begann sich ihre Lage sogar zu verbessern. Dennoch galt weiter, dass für sie viele Minderheitenrechte nur auf dem Papier standen und dass ihre Minderheiteninstitutionen inklusive der Schulen stark unterfinanziert waren. Wegen der föderalen Gliederung des sozialistischen Jugoslawiens lassen sich jedoch in den einzelnen Teilrepubliken, in denen die Ungarn lebten, gewisse Unterschiede in ihrer Stellung erkennen, die in diesem Kapitel erläutert werden.

Historische Herkunft der Magyaren in Jugoslawien

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