Show Less
Restricted access

Minderheiten im sozialistischen Jugoslawien

Brüderlichkeit und Eigenheit

Series:

Kateřina Králová, Jiří Kocian and Kamil Pikal

Dieses Buch bietet einen umfassenden Einblick in die Politik des jugoslawischen Staates gegenüber seinen 15 wichtigsten, offiziell anerkannten, ethnischen Minderheiten. Das bunte ethnische Mosaik, welches Jugoslawien im 20. Jahrhundert gekennzeichnet hat, weckte seit jeher das Interesse der Geistes- und Sozialwissenschaft. Mit ihm ging stets die Frage einher, ob und wie ein Staat mit derartigen Voraussetzungen funktionierend und effektiv gestaltet werden könne. Die Autorinnen und Autoren werfen in ihren Fallstudien dabei eine Reihe von Themenfeldern auf, welche die Relevanz der behandelten Minderheitensituation nicht nur für das Verständnis der Geschichte des sozialistischen Jugoslawien, sondern auch von multiethnischen Staaten insgesamt verdeutlichen.
Show Summary Details
Restricted access

Rumänen und Aromunen

Extract



Um die Problematik der Minderheiten im ehemaligen Jugoslawien im Hinblick auf die Rumänen und Aromunen zu analysieren, sollte zunächst die Begrifflichkeit geklärt werden, die sich aufgrund der Besiedlung des Balkans durch eine größere Anzahl latinisierter Gruppen nicht einfach gestaltet. Die Benennung der Angehörigen der rumänischen Minderheit bereitet dabei weniger Probleme, es sind rumänischsprachige Personen orthodoxen Glaubens. Zur Bezeichnung der Rumänen als Mehrheitsbevölkerung in Rumänien und als nationale Minderheiten in weiteren Staaten werden in einigen, vor allem rumänischen ethnografischen Publikationen, auch die Begriffe „Dakorumänen“ oder „Dakoromanen“ verwendet, die eine in Rumänien propagierte Verwandtschaft der Rumänen mit den antiken Römern und Dakern evozieren.1

Die restliche Bevölkerung der Balkanhalbinsel, die romanische Sprachen spricht, teilt sich in drei Untergruppen: Aromunen, Meglenorumänen und Istrorumänen. Die Aromunen sind dabei eindeutig die größte der drei genannten Ethnien. Alternativ werden die Aromunen auch Vlachen bzw. Walachen genannt, ein Begriff, mit welchem in den germanischen Sprachen ursprünglich romanischsprachige Bevölkerungsgruppen in Europa bezeichnet wurden, auch Italiener und Franzosen. Später bürgerte sich der Terminus Vlachen oder Walachen in den slawischen Sprachen sowie im Griechischen und Türkischen nicht nur für die genannten romanischsprachigen Völker ein,2 sondern im übertragenem Sinn auch für Nomaden.3 Als Synonym wird in dem Fall auch der Ausdruck Mazedorumänen verwendet; dieser Begriff berücksichtigt dabei die regionale Zugehörigkeit der Aromunen. ← 167 | 168 →

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.