Show Less
Restricted access

Minderheiten im sozialistischen Jugoslawien

Brüderlichkeit und Eigenheit

Series:

Edited By Kateřina Králová, Jiří Kocian and Kamil Pikal

Dieses Buch bietet einen umfassenden Einblick in die Politik des jugoslawischen Staates gegenüber seinen 15 wichtigsten, offiziell anerkannten, ethnischen Minderheiten. Das bunte ethnische Mosaik, welches Jugoslawien im 20. Jahrhundert gekennzeichnet hat, weckte seit jeher das Interesse der Geistes- und Sozialwissenschaft. Mit ihm ging stets die Frage einher, ob und wie ein Staat mit derartigen Voraussetzungen funktionierend und effektiv gestaltet werden könne. Die Autorinnen und Autoren werfen in ihren Fallstudien dabei eine Reihe von Themenfeldern auf, welche die Relevanz der behandelten Minderheitensituation nicht nur für das Verständnis der Geschichte des sozialistischen Jugoslawien, sondern auch von multiethnischen Staaten insgesamt verdeutlichen.
Show Summary Details
Restricted access

Griechen

Extract



Ziel griechischer Migrationsbewegungen wurde in den vergangenen Jahrhunderten eine Vielzahl von Ländern und Regionen auf nahezu allen Kontinenten. Die griechische Diaspora umfasst heute unzählige Gemeinschaften von Auswanderern und deren Nachkommen, häufig mit einer anhaltend starken Identifikation mit Griechenland. Gründe für Auswanderung waren in der jüngeren Geschichte vor allem kriegerische Konflikte und Wirtschaftskrisen. In gesamthistorischer Perspektive hat die griechische Migration über den Süden der Balkanhalbinsel hinaus ihre Wurzeln aber bereits im Altertum. Um die griechische Besiedlung auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens in ihrer historischen Tragweite zu erfassen, ist daher ein kurzer Exkurs nötig, denn gerade die griechische Gemeinschaft erlebte in den Gegenden Kroatiens und Serbiens vor rund 200 Jahren ihre größte Blütezeit. Ende des 19. Jahrhunderts verschwand aber diese Diasporagruppe praktisch. Mit den Balkankriegen, dem Untergang mehrerer Reiche und der neuen ethnischen Verteilung im geopolitisch umgestalteten Europa nach dem Ersten Weltkrieg begann für die Völker des Balkans inklusive der Griechen früher oder später eine neue Ära der nationalen Emanzipation, die häufig mit Versuchen der Assimilation regionaler Minderheiten und der vollständigen ethnischen Homogenisierung der jeweiligen Gegenden einherging. Nur eine Generation später war es dann der Zweite Weltkrieg (im Fall Griechenlands 1940–1944), der erneut Massen von Flüchtlingen in Bewegung setze und für einen weiteren Homogenisierungsschub sorgen sollte.

Die Ursachen für die Emigrationsbewegungen waren häufig sozioökonomischer Natur, zugleich aber auch von der Angst vor Verfolgung aus...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.