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Minderheiten im sozialistischen Jugoslawien

Brüderlichkeit und Eigenheit

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Kateřina Králová, Jiří Kocian and Kamil Pikal

Dieses Buch bietet einen umfassenden Einblick in die Politik des jugoslawischen Staates gegenüber seinen 15 wichtigsten, offiziell anerkannten, ethnischen Minderheiten. Das bunte ethnische Mosaik, welches Jugoslawien im 20. Jahrhundert gekennzeichnet hat, weckte seit jeher das Interesse der Geistes- und Sozialwissenschaft. Mit ihm ging stets die Frage einher, ob und wie ein Staat mit derartigen Voraussetzungen funktionierend und effektiv gestaltet werden könne. Die Autorinnen und Autoren werfen in ihren Fallstudien dabei eine Reihe von Themenfeldern auf, welche die Relevanz der behandelten Minderheitensituation nicht nur für das Verständnis der Geschichte des sozialistischen Jugoslawien, sondern auch von multiethnischen Staaten insgesamt verdeutlichen.
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Vorwort

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Prag ist seit zwei Jahrhunderten ein wichtiger Ort der Produktion von Wissen über Südosteuropa und insbesondere die südslawischen Gebiete der Region. Erwähnt werden kann der slowakische Dichter, Philologe und Historiker Pavel Jozef Šafárik (1796–1861), der von 1833 bis zu seinem Tode in Prag wirkte und wesentliche Arbeiten über die Entwicklung der Sprache und Literatur der Südslawen und ihrer Geschichte verfasste.1 Als Zensor, Kustos und schließlich Leiter der Prager Universitätsbibliothek genoss er privilegierten Zugang zu wissenschaftlicher und künstlerischer Literatur; noch wichtiger für sein Wissen über und seine Begeisterung für die Südslawen war allerdings sein Wirken als Direktor und Lehrer des serbisch-orthodoxen Gymnasiums in Novi Sad (1819–1833). Mit Schriften zur serbischen Mundart, zu mittelalterlichen südslawischen Sprachdenkmälern, zur glagolitischen Schrift und Literatur und schließlich seiner dreibändigen Geschichte der südslawischen Literatur gehört er zu den Begründern der modernen Slawistik und insbesondere der wissenschaftlichen Beschäftigung mit den südslawischen Sprachen. Zwei Generationen jünger, aber ebenfalls in Prag (und später in Wien), sollte Konstantin Jireček (1854–1918) mit den für seine Zeit wegweisenden Arbeiten über balkanische und insbesondere serbische und bulgarische Geschichte seit dem Mittelalter zu einem der Gründungsväter der südosteuropäischen Geschichte werden. Ähnlich wie Šafárik verband auch Jireček Theorie mit Praxis: Von 1879 bis 1881 leistete er als Generalsekretär im Ministerium für Volksaufklärung des 1878 aus der Taufe gehobenen...

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