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Zwischen Orten, Zeiten und Kulturen

Zum Transitorischen in der Literatur

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Jolanta Pacyniak and Anna Pastuszka

Im Mittelpunkt des Bandes stehen das vielfältige Konzept des Transitorischen und seine literarischen Ausgestaltungen. Die Beiträge beleuchten den etwas diffusen Begriff des Transitorischen anhand unterschiedlicher literarischer Werke, Motive, Themen und Topoi. Das dargestellte Spektrum der Forschungen reicht von den negativen Erfahrungen des Transits in der Exilliteratur über das Motiv der Reise, das Topos des homo viator, transitorische Orte und Zustände bis zu transitorischen Identitäten. Im Horizont einer «Poetik des Transitorischen» (Rüdiger Görner) entsteht aus fließenden Übergängen und Grenzen ein «Dazwischen». Zu dieser Poetik gehören u.a. die Erkenntnisse der Wandelbarkeit und Prozesshaftigkeit der scheinbar feststehenden Kategorien (Nation, Kultur, Geschlecht, Identität), die veränderte Raumwahrnehmung, die Aufwertung der Bewegung und die Versuche, das (post-)moderne Subjekt zu verorten.
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Agnieszka Dylewska - Zum Transitorischen in Gabriele Geliens Märchenroman Der güldene Baum

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Agnieszka Dylewska  (Uniwersytet Zielonogórski)

Zum Transitorischen in Gabriele Geliens Märchenroman Der güldene Baum

Zum Phänomen des Transitorischen

Das Transitorische prägt fast alle wissenschaftlichen Bereiche und bleibt nach wie vor ein faszinierendes aber doch noch nicht eindeutig definiertes Phänomen unserer Kultur. Man sucht nach der „transitorischen Identität“1 des modernen Selbst, macht sich Gedanken über das Transitorische des Tanzes2, man verlegt das Transitorische ins Kunstwerk3 oder genießt das Schmecken „als ein[en] transitorisch[en] Moment“4. In der Literaturwissenschaft wird immer wieder nach Bestimmungen des Transitorischen gesucht, was in einem verstärkten Interesse für das „Dazwischen“5 zum Ausdruck kommt. Rüdiger Görner sieht in Grenzen, Schwellen und Übergängen die konstitutiven Bezeichnungen für das „Dazwischen“, das wiederum einen Spielraum für das Transitorische bildet.6 Den Versuchen, das Transitorische zu definieren und zu erklären, liegt ein bestimmtes transitorisches Denken zugrunde. Laut Andreas Härter widmet sich dieses Denken vor allem den Übergängen: „zwischen Zeiten, kulturellen Mustern, Begriffen, Gattungen, Disziplinen, Sinnbestimmungen. Es wendet sich Entwicklungen, Brüchen, ← 89 | 90 → Verschiebungen zu; es spürt Veränderungen nach und stellt Verknüpfungen her.“7 Das transitorische Denken wird daher zu einer unkonventionellen Verfahrensweise, die auf dem „Zusammenlesen des Verschiedenen und Getrennten“8 und auf den „Neu- und Umperspektivierungen des forschenden Zugangs“9 beruht und dem das Konzept des „Übergänglichen“10 zugrunde liegt. Transitorisch zu denken und zu interpretieren heißt...

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