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Zwischen Orten, Zeiten und Kulturen

Zum Transitorischen in der Literatur

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Edited By Jolanta Pacyniak and Anna Pastuszka

Im Mittelpunkt des Bandes stehen das vielfältige Konzept des Transitorischen und seine literarischen Ausgestaltungen. Die Beiträge beleuchten den etwas diffusen Begriff des Transitorischen anhand unterschiedlicher literarischer Werke, Motive, Themen und Topoi. Das dargestellte Spektrum der Forschungen reicht von den negativen Erfahrungen des Transits in der Exilliteratur über das Motiv der Reise, das Topos des homo viator, transitorische Orte und Zustände bis zu transitorischen Identitäten. Im Horizont einer «Poetik des Transitorischen» (Rüdiger Görner) entsteht aus fließenden Übergängen und Grenzen ein «Dazwischen». Zu dieser Poetik gehören u.a. die Erkenntnisse der Wandelbarkeit und Prozesshaftigkeit der scheinbar feststehenden Kategorien (Nation, Kultur, Geschlecht, Identität), die veränderte Raumwahrnehmung, die Aufwertung der Bewegung und die Versuche, das (post-)moderne Subjekt zu verorten.
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Nina Nowara-Matusik - Das transitorische Ich. Eberhard Hilschers Walther-von-der-Vogelweide-Roman

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Nina Nowara-Matusik  (Uniwersytet Śląski Katowice)

Das transitorische Ich. Eberhard Hilschers Walther-von-der-Vogelweide-Roman

Der Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Eberhard Hilscher (geboren 1927 in Schwiebus, heute polnisches Świebodzin, verstorben 2005 in Berlin) gehört nicht zu den DDR-Schriftstellern, die sich wie Anna Seghers oder Christa Wolf einen weltweiten Ruf verschafft haben. Auch wenn seine Monographien über Autoren der Moderne (Thomas Mann, Arnold Zweig, Gerhart Hauptmann) nach wie vor zum Grundlegenden der heutigen Germanistik gezählt werden, existiert er als Autor nur am Rande einschlägiger Literaturgeschichten. Dabei ist sein anspielungs- und inhaltsreiches literarisches Werk, das alles andere als eine linientreue DDR-Literatur darstellt, gerade das Betätigungsfeld, das ihm immer am wichtigsten erschien.1 Seine Romane (Die Weltzeituhr, 1983, Venus bezwingt den Vulkan, 1991) historische Miniaturen (Die Entdeckung der Liebe, 1972) unveröffentlichte Erzählungen (Peri, Faust und Genius. Eine Reise-Erzählung um Robert Schumann; Rendezvous der Träumer, Narren und Verliebten) und nur als Handschrift vorliegende Prosaskizzen (Anselms Eskapaden und Irrgänge) sind durchzogen von phantastischen, mythischen und historischen Gestalten, Künstler-Figuren, Wissenschaftlern, Philosophen, Entdeckern, Unangepassten und Außenseitern, die sich in einer Welt „dazwischen“ zu behaupten versuchen. Einer Welt, die sich zwischen der offiziellen Ideologie und der historischen bzw. mythischen Maske auftut, welche Übergänge zwischen Kunst und Wissenschaft, zwischen dem Eigenen und dem Fremden, zu schaffen bemüht ist.

Eine dieser Gestalten, welcher im Gesamtwerk des Autors eine besondere Stellung zukommt, ist der mittelalterliche Sänger Walther von der Vogelweide,2 der ← 123...

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