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Zwischen Orten, Zeiten und Kulturen

Zum Transitorischen in der Literatur

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Edited By Jolanta Pacyniak and Anna Pastuszka

Im Mittelpunkt des Bandes stehen das vielfältige Konzept des Transitorischen und seine literarischen Ausgestaltungen. Die Beiträge beleuchten den etwas diffusen Begriff des Transitorischen anhand unterschiedlicher literarischer Werke, Motive, Themen und Topoi. Das dargestellte Spektrum der Forschungen reicht von den negativen Erfahrungen des Transits in der Exilliteratur über das Motiv der Reise, das Topos des homo viator, transitorische Orte und Zustände bis zu transitorischen Identitäten. Im Horizont einer «Poetik des Transitorischen» (Rüdiger Görner) entsteht aus fließenden Übergängen und Grenzen ein «Dazwischen». Zu dieser Poetik gehören u.a. die Erkenntnisse der Wandelbarkeit und Prozesshaftigkeit der scheinbar feststehenden Kategorien (Nation, Kultur, Geschlecht, Identität), die veränderte Raumwahrnehmung, die Aufwertung der Bewegung und die Versuche, das (post-)moderne Subjekt zu verorten.
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Ewa Pytel-Bartnik - Geschichte entlang der Straßenbahnlinie. Zum Transitorischen in Annett Gröschners Mit der Linie 4 um die Welt

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Ewa Pytel-Bartnik  (Uniwersytet Adama Mickiewicza Poznań)

Geschichte entlang der Straßenbahnlinie. Zum Transitorischen in Annett Gröschners Mit der Linie 4 um die Welt

Autorin des Übergangs

Bewegung im Raum, reflektierende Stadtrundgänge und Stadtfahrten, die letzten nennt sie „Spazierfahrten“1 sowie wandelnde Stadtpläne und Liniennetze öffentlicher Verkehrsmittel, über die die Berliner Autorin, Annett Gröschner, Zugang zur geschichteten Geschichte Berlins und einer jeden Stadt findet sowie ein raum- und geschichtsorientiertes Schreibverfahren sind Markenzeichen ihrer urbanen Poetik. Die 1964 in Magdeburg geborene und 1983 zum Studium nach Berlin wechselnde Dichterin ist bekannt für ihr Interesse am Lesen von Zeitschichten und am Entschlüsseln von Vergangenheitsspuren, die sie im städtischen Raum erkennt, während sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln flaniert2 und die Stadt zu Fuß exploriert.3 Berlin mit seiner palimpsestartigen Struktur wird für Gröschner zum zentralen Ort ihrer Reflexion über die Geschichte Deutschlands im 20. und 21. Jahrhundert (z.B. in Jeder hat sein Stück Berlin gekriegt. Geschichten vom Prenzlauer Berg und in dem Berlin-Episoden-Roman Walpurgistag) und über ihre eigene Vergangenheit, mit der sie sich unter anderem in Hier beginnt die Zukunft, hier steigen wir aus. Unterwegs in der Berliner Verkehrsgesellschaft4, Heimatkunde Berlin5, Parzelle Paradies. Berliner Geschichten sowie in ihrem neuesten Reportageprojekt Mit der Linie 4 um die Welt6 literarisch auseinandersetzt. Das Ziel des vorliegenden Beitrags ist es nun, im raum- und gedächtnisorientierten Zugriff Gröschners Semantisierung und Funktionalisierung der Straßenbahnlinie ← 165 | 166 → am Beispiel ausgew...

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