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Zwischen Orten, Zeiten und Kulturen

Zum Transitorischen in der Literatur

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Jolanta Pacyniak and Anna Pastuszka

Im Mittelpunkt des Bandes stehen das vielfältige Konzept des Transitorischen und seine literarischen Ausgestaltungen. Die Beiträge beleuchten den etwas diffusen Begriff des Transitorischen anhand unterschiedlicher literarischer Werke, Motive, Themen und Topoi. Das dargestellte Spektrum der Forschungen reicht von den negativen Erfahrungen des Transits in der Exilliteratur über das Motiv der Reise, das Topos des homo viator, transitorische Orte und Zustände bis zu transitorischen Identitäten. Im Horizont einer «Poetik des Transitorischen» (Rüdiger Görner) entsteht aus fließenden Übergängen und Grenzen ein «Dazwischen». Zu dieser Poetik gehören u.a. die Erkenntnisse der Wandelbarkeit und Prozesshaftigkeit der scheinbar feststehenden Kategorien (Nation, Kultur, Geschlecht, Identität), die veränderte Raumwahrnehmung, die Aufwertung der Bewegung und die Versuche, das (post-)moderne Subjekt zu verorten.
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Agnieszka Palej - „Die Deutschmacher von Friedland“: Der polnisch-deutsche Schriftsteller Dariusz Muszer und seine literarischen Provokationen

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| 209 →

Agnieszka Palej  (Uniwersytet Jagielloński Kraków)

„Die Deutschmacher von Friedland“: Der polnisch-deutsche Schriftsteller Dariusz Muszer und seine literarischen Provokationen

Die literarischen Texte der Autoren mit Migrationshintergrund sind in vielen Fällen transnationale Erzählungen, die um Grenzübergänge, Wanderungen, Identität, Geschichte und kulturelle Diversitäten kreisen. Die Migrantenautoren haben in ihrem Leben – als Kinder oder Erwachsene – die Grenze zwischen Osten und Westen überschritten, ihre alte Heimat verlassen und in der neuen einen neuen Lebensabschnitt angefangen. Der transitäre Zustand eines sich zwischen den Ländern und Kulturen bewegenden Migranten, Erfahrungen der Migration, des Dazwischen und des Unterwegs-Seins sowie der oft konfliktreichen Versuche der Beheimatung in der Fremde werden auch in ihren Texten oft und gern thematisiert. Dementsprechend sind die von ihnen kreierten literarischen Figuren selbst im Transit: Migranten, Grenzgänger und Zuwanderer in einem neuen Land, in dem sie sich transitorisch einrichten müssen.

An der Grenze, die zwei Territorien und „mit ihnen zwei politisch, sozial, kulturell und linguistisch verschiedene Systeme“1 trennt und eine Begegnung mit dem Anderen und Fremden ermöglicht, gelten eigene Gesetze. Das Überschreiten der Grenze ist somit ein besonderes Erlebnis, nicht selten ein Einschnitt im Leben der Protagonisten, die meistens vor dem Ungewohnten, Anderen, Fremden stehen, was die eigene Identität gefährden könnte und somit dem Überqueren einer Grenze einen Wagnischarakter verleiht.

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