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Zwischen Orten, Zeiten und Kulturen

Zum Transitorischen in der Literatur

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Jolanta Pacyniak and Anna Pastuszka

Im Mittelpunkt des Bandes stehen das vielfältige Konzept des Transitorischen und seine literarischen Ausgestaltungen. Die Beiträge beleuchten den etwas diffusen Begriff des Transitorischen anhand unterschiedlicher literarischer Werke, Motive, Themen und Topoi. Das dargestellte Spektrum der Forschungen reicht von den negativen Erfahrungen des Transits in der Exilliteratur über das Motiv der Reise, das Topos des homo viator, transitorische Orte und Zustände bis zu transitorischen Identitäten. Im Horizont einer «Poetik des Transitorischen» (Rüdiger Görner) entsteht aus fließenden Übergängen und Grenzen ein «Dazwischen». Zu dieser Poetik gehören u.a. die Erkenntnisse der Wandelbarkeit und Prozesshaftigkeit der scheinbar feststehenden Kategorien (Nation, Kultur, Geschlecht, Identität), die veränderte Raumwahrnehmung, die Aufwertung der Bewegung und die Versuche, das (post-)moderne Subjekt zu verorten.
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Karolina Sidowska - Neue Emigranten – zur neuesten Prosa polnischer Autoren in Deutschland

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Karolina Sidowska  (Uniwersytet Łódzki)

Neue Emigranten – zur neuesten Prosa polnischer Autoren in Deutschland

Die Erfahrung des Transitorischen, die Überschreitung der Grenzen des Bekannten und Gewohnten, hängt sowohl mit der Reiseerfahrung als auch mit der Emigration zusammen, die zwar mit dem Verreisen beginnt, aber unter speziellen Auspizien und mit einem gewissen Vorhaben stattfinden: das fremde Land nicht nur kennenzulernen, sondern auch so gut wie möglich vertraut und „lebenstauglich“ zu machen. Es wird nicht immer zu einer neuen Heimat, oft bleibt es ein Transitraum, der auf dem Weg nach einem neuen Ziel oder dem alten Heimatort nur kurz Aufenthalt bietet. Auf jeden Fall ist die Begegnung mit der neuen Umgebung prägend und zugleich anders als auf Reisen: Man betrachtet den eigenen Exilort durch das Prisma des Alltags, lernt gute und schlechte Seiten dieser oder jener Gegend kennen, entwickelt territoriale Gewohnheiten, betrachtet die Leute nicht mehr als autochton, sondern als sympathische oder unsympathische Nachbarn. Welche Gefühle werden einem in diesem Akkommodationsprozess zuteil? Welche Beziehungen entwickelt ein Emigrant zu dem Migrationsland und seinen Bürgern? Was verbindet ihn mit dem verlassenen Vaterland? Wie sehen ihn die Einheimischen und was denkt er über sich selbst? Inwiefern ist die Nationalität für seine Identität wichtig? Diese Fragen möchte ich mit einem Exkurs zu zwei polnischen Autoren beantworten, deren Werke die Situation eines modernen Emigranten, genau genommen, eines polnischen Intellektuellen in Deutschland plakativ zur Schau stellen: Brygida Helbig und Janusz Rudnicki.

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