Show Less
Restricted access

Die völkerrechtliche Klassifizierung bewaffneter Konflikte

Konflikttypen, Abgrenzungen sowie Rechtsfolgen und deren Auswirkungen auf die Planung und Durchführung militärischer Operationen

Series:

Karl Edlinger

Mit seinem hochaktuellen Thema richtet sich Karl Edlinger an militärische Kommandanten, aber auch an politische Entscheidungsträger und weltpolitisch interessierte Leser. Im Buch wird der Rechtsrahmen für moderne Konfliktsituationen abgeleitet und die Konsequenzen für Planung und Durchführung militärischer Operationen dargestellt. Das Völkerrecht bestimmt je nach Typus eines bewaffneten Konflikts die Rechte und Pflichten der beteiligten Streitkräfte. Diese werden immer häufiger in atypischen Konfliktsituationen eingesetzt: friedensunterstützende Einsätze der Vereinten Nationen, Kampf gegen terroristische Organisationen oder gegen internationale Kriminalität. Im Buch werden die Konsequenzen am Beispiel des Luftangriffes bei Kunduz dargestellt.
Show Summary Details
Restricted access

4. Die Dichotomie bewaffneter Konflikte

Extract

← 108 | 109 →

4.  Die Dichotomie bewaffneter Konflikte

Die Dichotomie409 der bewaffneten Konflikte in internationale und nicht-internationale bewaffnete Konflikte ist immer wieder heftig kritisiert worden.410 Diese Unterscheidung sei willkürlich, abzulehnen, schwer zu rechtfertigen und “it frustrates the humanitarian purpose of the law of war in most of the instances in which war now occurs”.411 Insbesondere das Komitee vom Roten Kreuz bemühte sich um einen einheitlichen Rechtsrahmen für alle bewaffneten Konflikte. Im Jahr 1971 legte das Komitee einen Entwurf zur Konferenz der Regierungsexperten412 vor und empfahl, die gesamten Regeln des humanitären Völkerrechts dann auf einen Bürgerkrieg anzuwenden, wenn ausländische Streitkräfte – auf wessen Seite auch immer – am Konflikt beteiligt sind:

“When, in case of non-international armed conflict, one or the other party, or both, benefits from the assistance of operational armed forces afforded by a third State, the parties to the conflict shall apply the whole of the international humanitarian law applicable in international armed conflicts.”413

Schließlich regte die norwegische Delegation bei der Diplomatischen Konferenz der Regierungsexperten414 an, die beiden Kategorien von bewaffneten Konflikten zugunsten einer einzigen fallen zu lassen und einheitliche Regeln für alle Arten von bewaffneten Konflikten anzuwenden.415 Auch diesem Vorschlag war kein Erfolg beschieden und überraschenderweise verstummte nach dem Inkrafttreten ← 109 | 110 → der beiden Zusatzprotokolle von 1977 zu den Genfer Abkommen die Diskussion über eine Vereinheitlichung des humanitären Völkerrechts.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.