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Die völkerrechtliche Klassifizierung bewaffneter Konflikte

Konflikttypen, Abgrenzungen sowie Rechtsfolgen und deren Auswirkungen auf die Planung und Durchführung militärischer Operationen

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Karl Edlinger

Mit seinem hochaktuellen Thema richtet sich Karl Edlinger an militärische Kommandanten, aber auch an politische Entscheidungsträger und weltpolitisch interessierte Leser. Im Buch wird der Rechtsrahmen für moderne Konfliktsituationen abgeleitet und die Konsequenzen für Planung und Durchführung militärischer Operationen dargestellt. Das Völkerrecht bestimmt je nach Typus eines bewaffneten Konflikts die Rechte und Pflichten der beteiligten Streitkräfte. Diese werden immer häufiger in atypischen Konfliktsituationen eingesetzt: friedensunterstützende Einsätze der Vereinten Nationen, Kampf gegen terroristische Organisationen oder gegen internationale Kriminalität. Im Buch werden die Konsequenzen am Beispiel des Luftangriffes bei Kunduz dargestellt.
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6. Gesetze und Gebräuche in bewaffneten Konflikten

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6.  Gesetze und Gebräuche in bewaffneten Konflikten

Staaten oder Völker haben von jeher für die Austragung ihrer kriegerischen Auseinandersetzungen Regeln und Gebräuche festgelegt, diese angewendet und gemäß den Erfahrungen auch immer weiterentwickelt.495 Diese Regeln trugen erheblich dazu bei, den bewaffneten Konflikt, der jedenfalls eine Ausnahmesituation darstellte, beherrschbar zu halten. Auch sollte durch den bewaffneten Konflikt häufig nur ein bestehendes Problem, das friedlich nicht mehr lösbar schien, militärisch einer Lösung zugeführt werden. Nach der zeitlich begrenzten militärischen Auseinandersetzung sollte der Übergang zu friedlichen Beziehungen wieder möglich sein. Dies war jedoch nur möglich, wenn man im Krieg respektvoll miteinander umging und sich bei den Kampfhandlungen fair verhielt.

So enthielt das in Kriegen anwendbare Recht vorwiegend auch Regeln über das Verbot von Kampfmitteln und das ritterliche Verhalten bei der Austragung von Kämpfen. Darüber hinaus wurden die Regeln in den verschiedenen Epochen durch religiöse Vorstellungen und philosophisches Gedankengut beeinflusst: So waren Kampfhandlungen an heiligen Stätten verboten und Personen, die dort Zuflucht suchten, waren zu schützen und zu schonen.

War das Hauptinteresse bei den Haager Friedensverhandlungen 1899 und 1907 noch die Einigung auf Kampfführungsregeln, die im Interesse der beteiligten Streitkräfte waren, so rückte in weiterer Folge und insbesondere durch die Genfer Abkommen der Schutz der Opfer des Krieges in den Mittelpunkt. Dies soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Regeln und Gebräuche...

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