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Odysseen des Humanen

Antike, Judentum und Christentum in der deutschsprachigen Literatur- Festschrift für Prof. Dr. Maria Kłańska zum 65. Geburtstag

Katarzyna Jastal, Pawel Zarychta and Anna Dabrowska

Literatur war und ist ein Ort menschlicher Identitäts- und Wertefindung, an dem die Kontingenzen individueller und historischer Erfahrung in universale Kontinuitäten eingeschrieben werden. Sie ist auch ein Ort, an dem antike, jüdische und christliche Traditionsbestände durch ihre Fortsetzung und Neusemantisierung wieder aufleben und nicht selten zu Grundmustern individueller Sinnstiftung werden. Von dieser Grundbeobachtung ausgehend, begeben sich die Autorinnen und Autoren dieses Bandes auf die Suche nach solchen Kontinuitäten und Neusemantisierungen der antiken, jüdischen und christlichen Narrative in der älteren bis jüngsten deutschsprachigen Literatur. Sie rekurrieren auf die Forschungsinteressen von Prof. Dr. Maria Kłańska, der diese Publikation zum 65. Geburtstag gewidmet ist.
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„Aus dem deutschen Vaterlande über Rom zur himmlischen Heimath“. Literarischer Campo Santo Teutonico

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Maria WojtczakUniwersytet im. Adama Mickiewicza w Poznaniu

„Aus dem deutschen Vaterlande über Rom zur himmlischen Heimath“.1 Literarischer Campo Santo Teutonico

„Hier ist der Deutschen Herz […]/ Hier endlich wohnen/ Im Frieden die Teutonen“2.

Diese Worte von Werner Bergengrün im Gästebuch des Campo Santo Teutonico3 im Vatikan beziehen sich auf einen Friedhof in Rom, auf dem Deutsche und Flamen ruhen – „hier ist der Deutschen Herz“. Der Campo Santo Teutonico gehört rechtlich der Erzbruderschaft zur Schmerzhaften Muttergottes von Deutschen und Flamen, einer 1454 gebildeten Bruderschaft, die heute etwa 100 Mitglieder zählt. Auf dem ca. 2000 m2 großen Areal befinden sich neben dem Friedhof und der Kirche der Schmerzhaften Mutter Gottes (Santa Maria della Pietà), ein Priesterkolleg („Collegio Teutonico“ seit 1876) und das Römische Institut der Görres-Gesellschaft (seit 1888). Der Campo Santo Teutonico ist nur über den vatikanischen Staat zugänglich, er bildet eine exterritoriale Besitzung des Heiligen Stuhls und liegt innerhalb der vatikanischen Mauern. Der Exterritorialitätsstatus (seit 1929) bewährte sich besonders am Ende des Zweiten Weltkriegs, als nach dem militärischen Zusammenbruch Italiens das Kolleg 50 politische Flüchtlinge aufnehmen konnte, die hier, vor dem Zugriff der Gestapo geschützt, gerettet wurden4. Den bis heute erhaltenen Namenlisten nach, ruhen auf dem vollständig von Mauern umschlossenen Friedhof, über 1400 Personen. „Hier endlich wohnen im Frieden die Teutonen“. Das Recht, sich hier beerdigen zu lassen, haben die Mitglieder der Erzbruderschaft sowie einige...

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