Show Less
Restricted access

Odysseen des Humanen

Antike, Judentum und Christentum in der deutschsprachigen Literatur- Festschrift für Prof. Dr. Maria Kłańska zum 65. Geburtstag

Edited By Katarzyna Jastal, Pawel Zarychta and Anna Dabrowska

Literatur war und ist ein Ort menschlicher Identitäts- und Wertefindung, an dem die Kontingenzen individueller und historischer Erfahrung in universale Kontinuitäten eingeschrieben werden. Sie ist auch ein Ort, an dem antike, jüdische und christliche Traditionsbestände durch ihre Fortsetzung und Neusemantisierung wieder aufleben und nicht selten zu Grundmustern individueller Sinnstiftung werden. Von dieser Grundbeobachtung ausgehend, begeben sich die Autorinnen und Autoren dieses Bandes auf die Suche nach solchen Kontinuitäten und Neusemantisierungen der antiken, jüdischen und christlichen Narrative in der älteren bis jüngsten deutschsprachigen Literatur. Sie rekurrieren auf die Forschungsinteressen von Prof. Dr. Maria Kłańska, der diese Publikation zum 65. Geburtstag gewidmet ist.
Show Summary Details
Restricted access

Religiöse Motive in den Ghetto-Dramen von Yitskhok Katsenelson

Extract



Yitskhok Katsenelson1 wurde am 1. Juli 1886 in Karelitschy in der Nähe von Nawahradak (damals zum Russischen Reich gehörig, heute in Weißrussland) geboren, am 1. Mai 1944 wurde er in Auschwitz ermordet. Katsenelson war jüdischer Schriftsteller sowie Lehrer und Übersetzer. Sein Vater, der aus einer berühmten rabbinischen Familie stammte,2 war Direktor der Chadarim in Zgierz und in Lodz.

Sein erstes Drama auf Hebräisch schrieb Katsenelson mit zwölf Jahren (und inszenierte es zusammen mit anderen Kindern im Innenhof seines Hauses), ab 1899 veröffentlichte er Gedichte in Zeitschriften. Er schrieb vor allem auf Hebräisch, aber auch auf Jiddisch; 1912 war er Mitbegründer der Theatertruppe ‚Ha-Bamah ha-Ivrit‘, er trat auch selbst als Schauspieler auf. Vor dem Ersten Weltkrieg eröffnete Katsenelson eine Schule in Lodz, war aktiver Teilnehmer am literarischen Leben: Er gehörte zu der Gruppe ‚Yung Yidish‘ und war Präsident des Verbandes der jüdischen Schriftsteller und Journalisten in Lodz. In der Zwischenkriegszeit bereiste Katsenelson die Welt: Er besuchte seine Verwandten in New York und in Palästina. Er war ein glücklicher Mann (er heiratete spät, seine Frau Khane war vierzehn Jahre jünger) und Vater von drei Söhnen (Tsvi, Bentsyon und Yomele).

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.