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Bewertung und kognitive Wahrnehmung von Realoptionen

Simulationsbasierte und experimentelle Analysen im Kontext der Energiewirtschaft

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Simon Werker

Flexible Kraftwerke können als Realoptionen klassifiziert werden. Die Bewertung mit Verfahren der Optionspreistheorie ist aufgrund struktureller Unterschiede zu Finanzoptionen jedoch nicht unproblematisch. In diesem Zusammenhang greift der Autor zwei Fragestellungen auf. Zunächst analysiert er den Einfluss empirischer Renditeverteilungen auf den Optionswert. Mithilfe von simulationsbasierten Verfahren werden systematische Bewertungsverzerrungen durch die Missachtung von Fat Tails aufgezeigt. Anschließend überträgt der Autor Erkenntnisse der Behavioral Economics auf die Optionsbewertung und untersucht Verzerrungen in der intuitiven Wahrnehmung von Realoptionswerten. Zwei experimentelle Studien belegen irrationale Über- und Unterbewertungen von Realoptionen.
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1. Einleitung

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1.  Einleitung

1.1  Problemstellung und Motivation

Unternehmerische Entscheidungssituationen sind von unsicheren Erwartungen über zukünftige Entwicklungen geprägt.1 Das entstehende Risiko etwa eines Investitionsprojektes gilt es, adäquat im Entscheidungsprozess zu berücksichtigen. Hierfür existieren in der betriebswirtschaftlichen Theorie zahlreiche Bewertungsmethoden, die entweder einen Risikoabschlag auf die erwarteten Cashflows oder alternativ einen Risikoaufschlag auf den zu verwendenden Kalkulationszinssatz vornehmen.2 Das bekannteste Verfahren in diesem Zusammenhang ist die Kapitalwertmethode, in der ein risikoadjustierter Diskontierungszinssatz z. B. durch eine marktbasierte Quantifizierung des Risikoaufschlags mithilfe des CAPM berücksichtigt werden kann.3

Klassische Bewertungsverfahren wie die Kapitalwertmethode stoßen jedoch dann an ihre Grenzen, wenn der zukünftige Projekterfolg durch aktives Eingreifen des Managements im Zeitablauf beeinflusst werden kann, d.h. die Unternehmensaktivitäten nicht ex-ante unabhängig von der zukünftigen Umweltentwicklung determiniert sind.4 Besteht eine solche Handlungsflexibilität der Entscheidungsträger, sind ergänzende Verfahren heranzuziehen, um den Wert des Projektes nicht systematisch zu unterschätzen. Seit ca. Anfang der 1980er Jahre haben sich in diesem Zusammenhang Methoden zur Bewertung von sogenannten Realoptionen etabliert.5 Diese entstammen der Analogie zwischen unternehmerischen Entscheidungssituationen, ← 1 | 2 → die von Unsicherheit, Handlungsflexibilität und Irreversibilität geprägt sind, und finanzwirtschaftlichen Aktienoptionen.6

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