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Bewertung und kognitive Wahrnehmung von Realoptionen

Simulationsbasierte und experimentelle Analysen im Kontext der Energiewirtschaft

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Simon Werker

Flexible Kraftwerke können als Realoptionen klassifiziert werden. Die Bewertung mit Verfahren der Optionspreistheorie ist aufgrund struktureller Unterschiede zu Finanzoptionen jedoch nicht unproblematisch. In diesem Zusammenhang greift der Autor zwei Fragestellungen auf. Zunächst analysiert er den Einfluss empirischer Renditeverteilungen auf den Optionswert. Mithilfe von simulationsbasierten Verfahren werden systematische Bewertungsverzerrungen durch die Missachtung von Fat Tails aufgezeigt. Anschließend überträgt der Autor Erkenntnisse der Behavioral Economics auf die Optionsbewertung und untersucht Verzerrungen in der intuitiven Wahrnehmung von Realoptionswerten. Zwei experimentelle Studien belegen irrationale Über- und Unterbewertungen von Realoptionen.
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Geleitwort

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von Prof. Dr. Nils Crasselt

Flexible Produktionsanlagen, wie z. B. moderne Gas- oder Kohlekraftwerke, geben ihrem Betreiber die Möglichkeit, auch kurzfristig auf Preisschwankungen an den Absatz- und Beschaffungsmärkten zu reagieren. Die flexiblen Einsatzmöglichkeiten können als so genannte Realoptionen beschrieben und mit ursprünglich für Aktienoptionen entwickelten Methoden bewertet werden. Als problematisch erweist sich hierbei aber, dass die Methoden auf teils rigiden Annahmen beruhen, die bei der Bewertung von Realoptionen noch weniger erfüllt sind als bei der Bewertung von Aktienoptionen. Dies betrifft u.a. die angenommene Vollständigkeit des Kapitalmarktes, die in Standardmethoden getroffenen Verteilungsannahmen sowie auch den Informationsstand und die Rationalität der Bewertungssubjekte selbst. Diese Annahmeverletzungen können dazu führen, dass unter theoretischen Idealbedingungen „richtige“ Optionswerte, die mit Standardmethoden ermittelten rechnerischen Werte und die subjektiven Werteinschätzungen von Managern teils deutlich auseinander fallen.

In seiner Dissertation untersucht Simon Werker die Anwendung der Realoptionstheorie im Kontext der Energiewirtschaft. Dabei stehen mögliche Abweichungen zwischen den drei genannten Wertkategorien im Mittelpunkt des Interesses. Der erste Hauptteil der Arbeit ist der Frage gewidmet, wie stark sich eine vereinfachende Verteilungsannahme auf den rechnerischen Optionswert auswirkt. Hintergrund dieser mit einer Monte-Carlo-Simulation bearbeiteten Fragestellung ist die Beobachtung, dass tatsächliche Renditeverteilungen für Strom- und Commodity-Kontrakte nicht der in Standardmethoden oftmals unterstellten Log-Normalverteilung entsprechen. Im zweiten Hauptteil untersucht Herr Werker anhand von zwei Experimenten, wie stark subjektive Optionswert-Schätzungen von rationalen Optionswerten abweichen. Hierbei leitet Herr Werker seine Hypothesen aus den Verzerrungen beobachtbaren...

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