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Linksextreme Einstellungen und Feindbilder

Befragungen, Statistiken und Analysen

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Monika Deutz-Schroeder and Klaus Schroeder

Die Autoren analysieren Strukturen und Entwicklungslinien des aktuellen Linksextremismus. Durch die Auswertung einer repräsentativen Umfrage und durch Befragungen von Jugendlichen zu linksextremen Einstellungen gelangen sie zu einer Charakterisierung von Linksextremisten und ihren zentralen Themenfeldern. Beispielhaft beleuchten sie Hassbotschaften sowie alte und neue linksextreme Feindbilder. Die Autoren halten fest, dass Linksextremisten zwar einen gewissen Einfluss innerhalb linker Milieus haben, von der Öffentlichkeit aber wenig Beachtung erfahren. Obwohl Linksextremisten den Rechtsstaat ignorieren und Pluralismus sowie parlamentarische Demokratie verachten, wird politisch links motivierte Gewalt weiterhin unterschätzt.
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IV. Alte und neue Feindbilder

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 IV.      Alte und neue Feindbilder

Nicht nur Rechtsradikale und Rechtsextremisten, sondern auch Linksradikale und Linksextremisten pflegen von jeher ausgeprägte Feindbilder. Derzeit wird insbesondere in der aktuellen Flüchtlingsdebatte medial, aber auch von Politikern vornehmlich über Anwürfe und Hass-Mails im Internet aus der rechten Ecke berichtet. Dabei wird häufig vergessen, dass sich linke Hass-Mails von denen aus der rechten Ecke höchstens im Ton unterscheiden, sprich sprachlich zum Teil, aber keineswegs immer auf „höherem Niveau“ bewegen, ansonsten aber – wenn auch aus anderen Motiven – ebenfalls Hass versprühen.362

In vorderster Front im linksradikalen und linksextremen Feindbildschema stehen Kapitalisten, gefolgt von Politikern, unliebsamen Journalisten und letztlich sehr vielen Personen, die es wagen, Kritik an linksradikalen/linksextremen Einstellungen und Verhaltensweisen zu üben. Wie in Kapitel III dargelegt, haben die Straf- und Gewalttaten gegen „Feinde“ in den letzten Jahren zugenommen. Insbesondere Politiker und Sympathisanten der AfD und von Pegida und Co. gelten gleichsam als „vogelfrei“. Ihre Stände werden zerstört, ihre Häuser oder Büros „entglast“ und mit Farbe „verziert“ und sie werden mitunter gezielt körperlich angegriffen.363

Die Aktionen gegen die AfD werden in Form von Kommandoerklärungen zumeist auf linksunten.indymedia verbreitet. Am 27. Juni 2015 loben sich einige Antifaschisten aus dem Ruhrgebiet mit den Worten

„Wir haben in der Nacht von Freitag, den 26.6.2015, das Büro der AfD in Mülheim an der Ruhr mit Steinen angegriffen und damit Fenster und Eingangstür zerstört. […] Insbesondere mit Blick auf...

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