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Ererbte Waffen

Homerische Wörter aus dem Sachbereich ,Kampf und Krieg‘ in den "Argonautika </I>des Apollonios Rhodios

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Christina Serafimidis

Die Autorin untersucht intertextuelle Anspielungen auf die Epen Homers in den Argonautika des hellenistischen Dichters Apollonios Rhodios: Der Sachbereich ‚Kampf und Krieg‘ ist für Homer vor allem innerhalb der Ilias typisch und stellt ein wesentliches Kriterium für die Charakterisierung der Heldenfiguren dar. Die Argonautika enthalten kaum Schlachtszenen, adaptieren aber homerisches Vokabular aus dem kriegerischen Kontext in großem Umfang. Die Autorin analysiert anhand vergleichender Wortuntersuchungen Apollonios’ Imitations- und Variationstechnik für diesen Bereich. Sie zeigt im Detail, wie das Vokabular aus konventioneller Verwendung gelöst und in neue Kontexte sowie auf andere narrative Ebenen verschoben wird, und interpretiert die Ergebnisse im Hinblick auf das Heldenbild der Argonautika.
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c. φοβέω

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Das Verb φοβέω ist bei Homer an 39 Stellen (Ilias 38, Odyssee 1) belegt und hat im Aktiv die Bedeutung ‚jemandem einen Schreck einjagen, der ihn fliehen macht, in die Flucht schlagen‘, im Medium ‚aufgeschreckt fliehen‘.816 Die Komponente der Furcht entwickelte sich erst langsam ab der homerischen Zeit und schwingt daher selten in der Bedeutung mit.817 An den im Aktiv formulierten Stellen, die alle im kriegerischen Kontext stehen, ist meistens ein Gott (oder mehrere Götter) Subjekt, seltener ein Krieger (5 Stellen, z.B. Achill in Y 187), einmal ein Tier in einem Gleichnis (Λ 173), das eine Situation in der Schlacht illustriert. Im Medium kommt das Wort öfter als im Aktiv vor (Ilias 25 Stellen, Odyssee 1 Stelle). Bis auf die Odysseestelle π 163 (dort fliehen Hunde vor Athene) und Π 507 (Fluchtversuch der Pferde) stehen alle Stellen im kriegerischen ← 203 | 204 → Kontext, davon an 15 Stellen in Reden, viermal auch in einem Gleichnis, das auch in einen kriegerischen Kontext eingebettet ist (Ε 140, Μ 46, Φ 575, Χ 141).818

Bei Apollonios begegnet das Verb an 6 Stellen im Aktiv:

In der Boxkampf-Szene scheucht Amykos Polydeukes, der ihm ausweicht: ὣς ὅ γε Τυνδαρίδην φοβέων ἕπετ’ οὐδέ μιν εἴα / δηθύνειν, ὁ δ’ ἄρ’ αἰὲν ἀνούτατος ἣν διὰ μῆτιν / ἀίσσοντ’ ἀλέεινεν (2, 74–76). Das Partizip φοβέων ist bei Apollonios zuerst belegt. Semantisch entspricht das Verb dem homerischen Gebrauch mit der Bedeutung ‚in die Flucht schlagen‘ im Sinne von ‚scheuchen, zum Ausweichen bringen‘.819 In der dargestellten Situation scheint es, als wäre Amykos, da er Polydeukes scheucht, im Vorteil, und Polydeukes würde nur auf seine...

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