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Die Identität der katholischen Priester im Licht des II. Vatikanums und das priesterliche Leben in Igbo-Diözesen Nigerias

Eine theologisch-rechtliche Untersuchung

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Polycarp Ibekwe

Das Bild des katholischen Priestertums hat sich seit Ende des II. Vatikanums 1965 verändert. Der Autor untersucht, ob der katholische Priester in einer sich wandelnden Gesellschaft seine Identität als Repraesentatio Christi, seine Aufgaben sowie seine Stellung in der Kirche und in der Welt von heute gemäß der Lehrdokumente und des Codex von 1983 erfüllt. Die Erfahrung des Priestermangels in vielen Teilkirchen, insbesondere in der westlichen Welt, und die enorme Zunahme der Zahl der Priester und Priesteranwärter im Igbo-Land Nigerias zwingen zu einer inneren und äußeren Reflektion über das Priestertum und das priesterliche Leben. Dieser Beitrag zielt darauf, die Identität der katholischen Priester im Einklang mit dem II. Vatikanum und dem geltenden Recht zu reflektieren und zur Verbesserung der Berufspraxis beizutragen, nicht nur in der westlichen Welt, sondern vor allem in den katholischen Igbo-Diözesen Nigerias.
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Vorbemerkung

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Vor über fünfzig Jahren, am 11.10.1962, begann in Rom offiziell die größte kirchliche Versammlung des 20. Jahrhunderts, das II. Vatikanum. Dieses Konzil, das Johannes XXIII. einberufen hatte, wurde nach drei Jahren, am 8.12.1965, von seinem Nachfolger Paul VI. feierlich beendet. Die Konzilsväter brachten in ihren Erklärungen neue Erkenntnisse und ein neues Verständnis nicht nur über die Kirche in der Welt von heute zum Ausdruck,1 sondern deuteten auch die Stellung und Aufgaben der Priester in der Kirche und Gesellschaft neu.2 Das Konzil anerkannte und bekräftigte auch das gemeinsame Priestertum aller Christgläubigen aufgrund des Taufempfanges.3 Es gibt, so das Konzil, trotz des gemeinsamen Priestertums aller kraft der Taufe, ein hierarchisches Priestertum oder ein Priestertum der Geweihten aufgrund des Weiheempfanges.4 Während die Amtspriester kraft ihres Weiheempfanges ihren Dienst in persona Christi vollziehen und das Volk Gottes leiten,5 wirken hingegen alle anderen Gläubigen aufgrund ihres Taufempfanges am königlichen Priestertum mit.6 Die Unterscheidung des geweihten Priestertums vom allgemeinen Priestertum gilt dem Wesen und nicht dem Grade nach, denn beide Arten des Priestertums sind zueinander hingeordnet, so das Konzil.7 Im Einklang mit dem Konzil fokussiert sich der Codex von 1983, besonders in den cc. 273–293, auf die Rechte und Pflichten der Kleriker (De Clericorum obligationibus et iuribus)8, ihre Stellung und ihre Identität in der Kirche und Gesellschaft.

Mehr als fünfzig Jahre nach dem Konzil ist es aufgrund einer sich rasch verändernden Gesellschaft notwendig zu untersuchen,...

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