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Versorgungsbedarf, Angebot und Inanspruchnahme ambulanter hausärztlicher Leistungen im kleinräumigen regionalen Vergleich

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Anke Schliwen

Die Sicherstellung einer flächendeckenden, wohnortnahen und bedarfsgerechten Versorgung ist ein zentrales Anliegen der deutschen Gesundheitspolitik. Anke Schliwen untersucht den regionalen Zusammenhang von Versorgungsbedarf, Angebot und Inanspruchnahme hausärztlicher Leistungen. Dabei wird der Versorgungsbedarf anhand eines multifaktoriellen Index auf der kleinräumigen Ebene der Mittelbereiche operationalisiert. Eine Clusteranalyse ermöglicht die Identifikation von Regionstypen, deren Eigenschaften Ansatzpunkte für eine Neuordnung der Ressourcenallokation bieten können. Mit ihrem Buch unterstreicht die Autorin die Notwendigkeit, innerhalb zentraler Rahmenbedingungen den Einsatz regionaler Planungs- und Steuerungsinstrumente zur Verteilung von ärztlichen Kapazitäten zu ermöglichen.
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2 Auswahl der regionalen Analyseebene

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Bei der Auswahl der geeigneten Analyseebene ist eine Orientierung an bestehenden administrativen oder raumplanerischen Einheiten mit Blick auf Datenverfügbarkeit, aber auch auf regionalpolitische Zuständigkeiten sinnvoll. Regionale Unterschiede können zwischen Gemeindeverbänden, Kreisen, KV-Regionen, aber auch raumplanerischen Konzepten wie Mittelbereichen oder Raumordnungsregionen analysiert werden. Auch die Verwendung unterschiedlicher Gebietsstrukturen, je nach Art des Versorgungsangebotes ist denkbar. So werden in der neuen Bedarfsplanung seit dem 1.1.2013 vier verschiedene Abgrenzungen der Planungsbereiche, je nach Spezialisierung der Arztgruppe verwendet (vgl. § 7 BPlR): Je spezialisierter das ärztliche Angebot, desto sachgerechter erscheint unter Wirtschaftlichkeits- und Qualitätsaspekten eine stärkere räumliche Konzentration.

Um gleichwertige Lebensverhältnisse im Bezug auf die Verteilung der gesundheitlichen Versorgung in Deutschland zu erreichen und die Wohnortnähe zu berücksichtigen, ist eine Differenzierung der Analyseregionen nach Spezialisierung des Angebots und die Verwendung einer kleinräumigen Raumeinheit für die primärärztliche Versorgung sinnvoll. Allerdings ist die Auswahl der Analyseregionen nur dann gelungen, wenn regionale Unterschiede zwischen den geographischen Märkten für medizinische Leistungen bestehen können und gleichzeitig der Anteil von Patienten, die Leistungen außerhalb des geographischen Raumes in Anspruch nehmen, möglichst gering ist (vgl. Breyer 1984). Werden zu kleinräumige regionale Einheiten gewählt, so sind Mitversorgereffekte, die bei der Berechnung des regionalen Bedarfs, der Inanspruchnahme und des Angebots berücksichtigt werden müssen, sehr ausgeprägt. Werden zu große Regionen gewählt, so können regionale Besonderheiten der Ausprägung der drei Indikatoren nicht erfasst werden....

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