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Explikationen bildungspolitischer Konzepte in politischen Programmen

Analysen zum Verhältnis von Bildungspolitik und Bildungsforschung

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Adiba Salloum

Die Autorin untersucht mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse Begründungsstrukturen bildungspolitischer Entscheidungen in den Wahlprogrammen zur Bundestagswahl 2013. In diesem speziellen Persuasionsprozess sind Bürger die Empfänger, politische Akteure die Sender und Wahlprogramme das Medium. Die Texte der Wahlprogramme würden eine erhöhte Rationalität erlangen, wenn sie auf Befunde empirischer Bildungsforschung referenzierten. Die Autorin erläutert die Frage nach der Rationalität bildungspolitischer Entscheidungen und nimmt eine Überprüfung der Transparenz von Argumentationslinien vor. Dabei ermöglicht die Analyse struktureller und inhaltlicher Kriterien die Untersuchung der kommunikativen Texte auf ihre Textfunktionen sowie eine Analyse der Dimensionen von Legitimationsideen.
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2. Präzisierung des Forschungsdesiderats

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2.  Präzisierung des Forschungsdesiderats

Um die schriftlichen Vertextungen bildungspolitischer Konzepte in politischen Programmen bearbeiten zu können, ist es notwendig, eine perspektivische Differenzierung über verschiedene Forschungsfragen vorzunehmen. Die Fragestellungen sind so gewählt, dass sie die Thematik konkretisieren zugleich unterschiedliche Bereiche der Problemstellung beleuchten. Es werden folgende drei Dimensionen betrachtet: Als erste wird die Frage nach Funktionen von Wahlprogrammen gestellt, zweitens wird nach der Art der Legitimation bildungspolitischer Entscheidungen gefragt, in einem dritten Schritt wird der Fokus auf die Rolle der Bildungsforschung sowie deren Ergebnissen in Wahlprogrammen gelegt. Eine Ausarbeitung der Fragen folgt in den nächsten Abschnitten. Dazu ist es sinnvoll, die Dimensionen voneinander getrennt zu betrachten, um für jeden Teilbereich im Anschluss die theoretischen Grundlagen schaffen zu können.

2.1  Funktionen von Wahlprogrammen

Wie bereits einleitend erwähnt, geht in der Bundesrepublik Deutschland durch Artikel 20, Absatz 2 des Grundgesetzes alle Staatsgewalt vom Volk aus. Zur Legitimierung politischer Entscheidungen einzelner Parteien stellen freie Wahlen die Grundvoraussetzung dar. In der vorliegenden Arbeit wird das Wahlsystem selbst als gegeben betrachtet. Die daraus resultierende Konsequenz ist, dass die Bürger nicht über einzelne Sachverhalte abstimmen. Gewählt wird eine Partei, die in allen Anliegen stellvertretend für den einzelnen Bürger über die Legislaturperiode hinweg entscheiden wird. Für eine inhaltliche Orientierung sorgen die Wahlprogramme, weil sie Informationen über unterschiedliche thematische Bereiche bündeln und dadurch eine Entscheidungsgrundlage darstellen (vgl. (Klein M. , 2005, S. 68)). Dies ist demokratietheoretisch von...

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