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Interkulturelles Labor

Luxemburg im Spannungsfeld von Integration und Diversifikation

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Edited By Eva Wiegmann

Mobilität und Migration rücken Interkulturalität in den Fokus öffentlicher und wissenschaftlicher Aufmerksamkeit. Der Band geht der Frage nach, inwiefern das Land Luxemburg aufgrund seiner kulturellen, sozialen und sprachlichen Besonderheiten ein Labor für interkulturelle Herausforderungen und Entwicklungen, speziell auf europäischer Ebene, allgemeiner auch für gesellschaftliche Prozesse im Spannungsfeld von Integration und Diversifikation ist. Dabei beschränkt sich das Buch nicht auf die nationale Perspektive, sondern sucht darüber hinaus der Vielschichtigkeit interkultureller Prozesse unter Berücksichtigung unterschiedlicher fachwissenschaftlicher Perspektiven sowie methodischer und theoretischer Zugriffe Rechnung zu tragen.
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Vorwort: Interkulturelles Labor Luxemburg?

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Die Rede vom ‚Labor‘ ruft unweigerlich zunächst Assoziationen mit weißen Kitteln, komplizierten Apparaturen, chemischen Substanzen und Versuchstieren hervor. Diese paradigmatische Bildlichkeit scheint man zunächst schwerlich mit literatur- und kulturwissenschaftlichem Erkenntnissinteresse in Verbindung bringen zu können. Dennoch ist das Bedeutungsspektrum des Laborbegriffs nicht auf den naturwissenschaftlichen Bereich beschränkt. Dieser findet vielmehr – spätestens seit Bruno Latours und Steve Woolgars Laboratory Life (1986) – auch vermehrt Anwendung im sozial- und geisteswissenschaftlichen Bereich, wo zum einen experimentelle Verfahren im Hinblick auf die Generierung neuer theoretischer Konzepte im Vordergrund stehen, zum anderen aber auch eine Übertragung der Laborsituation auf spezifische Räume ein Rolle spielt.1 Letzteres hat jedoch nichts mit von wissenschaftlicher Seite konstruierten Versuchsanordnungen und abgeschotteten, nur autorisiertem Forschungspersonal zugänglichen Räumen zu tun, in denen spezifische Bedingungen nur simuliert werden. Vielmehr geht es um besondere real life-Konstellationen, die sich von anderen in der Regel dadurch unterscheiden, dass sie wie in einem Brennglas unterschiedliche soziokulturelle Faktoren bündeln, wodurch so etwas wie eine natürliche Laborsituation gegeben ist.2 Mit der Erforschung eines solchen Mikrokosmos ist dabei häufig nicht nur die Annahme verknüpft, dass sich hier grundlegendes Wissen über kulturelle, wirtschaftliche sowie soziale Strukturen und Entwicklungen gewinnen lässt. Im Fokus auf das Experimentelle wird vielmehr davon ausgegangen, dass in den spezifischen Räumen neue, auch auf andere Kontexte übertragbare Formen des Zusammenlebens generiert werden. In diesem Sinne spiegelt sich das Laborkonzept beispielsweise in den „unzähligen Urban Labs […], die sich […] dort ausbreiten, ← 11 | 12...

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