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Reflexivität im tschechisch-deutschen Sprachvergleich

Möglichkeiten und Grenzen einer Prognose

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Roland Wagner

Das Buch stellt einen Versuch dar, die Reflexivität von deutschen Verben ausgehend von den Übersetzungsäquivalenten im Tschechischen zu prognostizieren. Aufgrund der Äquivalenzbeziehung zwischen nicht-reflexiven Verben im Tschechischen und Deutschen und verschiedenen grammatischen Parametern erstellt der Autor Prognosen zur Reflexivität der deutschen Äquivalente zu den reflexiven tschechischen Verben. Dies geschieht ohne Rückgriff auf lexikographische Information. Dabei kristallisieren sich sowohl sprachübergreifend übereinstimmende sowie problematische Bereiche der Reflexivität heraus. Gewissermaßen nebenbei prüft der Autor verschiedene linguistische Theorien auf ihre prognostische Kraft hinsichtlich der Reflexivität.
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6. Dekausative Reflexivierung

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6.   Dekausative Reflexivierung

Durch dekausative Reflexivierung entsteht ein Aktantenrahmen, dessen höchste (zugängliche) Position durch A-2 besetzt ist. Die Reflexivierung entfernt den A-1 des Basisverbs, wobei (nach der in Kap. 4.6 vorgeschlagenen Analyse) eine zweite, rein formalsyntaktische Strukturposition („Valenzsimulation“) erhalten bleibt, in der Notation durch eckige Klammerung symbolisiert. Die Entfernung von A-1 ist nur möglich, wenn es sich dabei um einen Kausator handelt (vgl. Grepl/Karlík 1983, 69; Levin/Rappaport Hovav 1995, 102 f.), was sich aus der Strukturierung der semantischen Repräsentation ergibt. Dekompositionsprädikate, die spezifische Aktivitäten kodieren, wie sie nur personale Partizipanten ausführen können, lassen sich nicht ohne Verlust an lexikalischer Information aus der semantischen Repräsentation entfernen (vgl. Kap. 4.5). Der Prognose-Algorithmus sieht also wie folgt aus:



Laut P3 lässt sich bei Erfüllung aller in (1) dargestellten Bedingungen die Reflexivität des deutschen strukturellen Äquivalents zum tschechischen Dekausativum (im Schema links unten zu lokalisieren) prognostizieren. Die Durchführung der Prognose ist im Falle von dekausativer Reflexivierung allerdings wesentlich komplizierter als beim syntaktischen Typ, den ich im vorangegangenen Kapitel behandelt habe.

Der durch den senkrechten Pfeil im linken Bereich des Schemas symbolisierte Prognose-Schritt wirft dabei noch die geringsten Probleme auf. Im Tschechischen ist es lediglich notwendig, dekausative Konstruktionen von Konstruktionen zu unterscheiden, die das Ergebnis einer nicht-kanonischen Abbildung des unveränderten Aktantenrahmens auf die Syntax (Deagentivierung/„reflexives Passiv“) darstellen. Bei solchen Konstruktionen bleibt ein notwendig personales, in der Konstruktion aber nicht spezifizierbares Agens...

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