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Verbandshaftung bei Spielmanipulation durch Fußball-Schiedsrichter

Malte Dittrich

Die im Zivilrecht angesiedelte Arbeit befasst sich mit der Verbandshaftung bei Spielmanipulation durch Fußball-Schiedsrichter. Es wird untersucht, wie und ob die Verbände haften, wenn ein von ihnen eingesetzter Schiedsrichter ein Spiel manipuliert, um für sich oder einen Dritten einen Wettgewinn zu erzielen. Die Verbandswettbewerbe und die Rechtsstellung des Schiedsrichters werden zur Klärung dieser Frage anhand von unveröffentlichten Vertragsunterlagen rechtlich qualifiziert. Für die unterschiedlichen Wettbewerbe werden die Anforderungen bei der Darlegung eines Schadens festgelegt. Ebenso wird aufgezeigt, dass in den meisten Fällen die abgeschlossenen Schiedsgerichtsvereinbarungen mit den Verbänden oder vorherige Schiedsgerichtsurteile den Weg vor die Zivilgerichte nicht versperren.
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1. Kapitel: Einleitung

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1. Kapitel:  Einleitung

A.  Problemaufriss

Der Sport dient der Ertüchtigung von Körper, Geist und Seele. Er bereitet in der Regel Freude und bringt Menschen unterschiedlicher Kulturen und gesellschaftlicher Schichten zusammen. Das Partizipieren an sportlichen Ereignissen geschieht auf unterschiedliche Art und Weise. Die aktiven Sportler stellen hierbei die Hauptakteure dar, aber auch die Organisatoren, Wettkampfrichter und Zuschauer nehmen an sportlichen Ereignissen teil. Die Faszination des Sports macht aus, dass sich mehrere Sportler in einem fairen Wettkampf miteinander messen und nie mit Sicherheit vorausgesagt werden kann, welcher von ihnen gewinnen wird. Die Fairness und Unvorhersehbarkeit stellt deshalb die Charakteristika eines sportlichen Wettkampfes dar. Eine Manipulation solcher Wettkämpfe würde diesen Charakteristika zuwider laufen. Dennoch kommt sie in unterschiedlicher Art und Weise immer wieder bei sportlichen Wettkämpfen vor. Das „böse Gespenst“ der Manipulation von sportlichen Veranstaltungen ist jedoch kein Phänomen des 20. und 21. Jahrhunderts. Seitdem Sport als Wettkampf stattfindet, wird von verschiedenen Seiten versucht, das Ergebnis zum eigenen Vorteil zu manipulieren. So datiert der erste dokumentierte Fall der Sportmanipulationsgeschichte aus der Antike. Im Jahr 388 vor Christus, bei den olympischen Spielen in Griechenland, bestach der Faustkämpfer Eupolos aus Thessalien drei seiner Gegner mit Geldbeträgen und erreichte damit den Olympiasieg in seinem Wettkampf.1 Alle vier mussten hohe Bußen zahlen, jedoch hat der Titel des Olympiasiegers bis heute Bestand, da nach den damaligen Regeln keine nachträgliche Aberkennung des Titels möglich war.2

Die Manipulation...

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