Show Less
Restricted access

Zur strafrechtlichen Verantwortlichkeit als Folge der regelwidrigen Beeinflussung geltender Allokationskriterien im Bereich der Organzuteilung

Series:

Christian Koppe

Das Buch wurde maßgeblich durch den im Jahr 2012 bekanntgewordenen «Organspendenskandal» inspiriert und beschäftigt sich in umfassender Weise mit den in diesem Zusammenhang stehenden strafrechtlichen Problemen. Der Autor untersucht, ob die regelwidrige Beeinflussung geltender Allokationskriterien im Bereich der Organzuteilung als strafrechtlich relevantes Verhalten zu betrachten ist.
Show Summary Details
Restricted access

Kapitel Eins: Einführung in die Transplantationsmedizin

Extract



I. Allgemeines

Der Wunsch der Menschheit, geschädigte Organe (griech. Werkzeug9) und Körperteile auszutauschen, ist so alt wie die Menschheit selbst. Daher ist auch nicht verwunderlich, dass es seit jeher Geschichten und Erzählungen bezüglich der Übertragung von Extremitäten gibt. Nach der Legende Aureas aus dem 13. Jahrhundert haben die Ärztebrüder Damian und Kosmas „’das Bein eines frisch verstorbenen Mohren’ auf einen weißen Patienten übertragen, dessen Bein vom Krebs zerstört war“.10 Aber lange Zeit blieb es genau dies – Geschichten und Erzählungen. Erst mit der Entwicklung der modernen Medizin zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es den Menschen erstmalig möglich, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Es verwundert deshalb auch nicht, dass das Wort Transplantation aus dem Lateinischen stammt und so viel wie „verpflanzen“ oder „versetzen“ bedeutet.11

Eine Transplantation findet vordergründig aus folgenden Erwägungen statt. Sie kann einerseits medizinisch notwendig sein, um das Leben eines Patienten zu retten. Dies kommt vor allem bei dem drohenden Ausfall von lebensnotwendigen Organen – wie dem des Herzens oder der Leber – in Betracht. Eine Transplantation kann aber nicht nur angezeigt sein, um Leben zu retten, sondern auch, um das Leiden zu verringern oder, wie dies oft in Fällen der Nierentransplantation der Fall ist, die Lebensqualität des Patienten nachhaltig zu verbessern.12 Letzteres wird besonders anschaulich, wenn man sich vor Augen führt, wie negativ sich eine Dialysebehandlung auf das tägliche Leben auswirken kann.

← 17 | 18...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.