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Das publizistische und literarische Werk Margarita Nelkens

Engagement, Gesellschaftskritik und Genderproblematik

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Manuela Franke

Die Autorin behandelt erstmals umfassend sowohl die Person als auch das Werk der Schriftstellerin und Politikerin Margarita Nelken (1894–1968). Diese fand bislang hauptsächlich aufgrund ihres politischen und sozialen Engagements in der Zweiten Republik Spaniens, im Spanischen Bürgerkrieg und während ihres Exils in Mexiko Beachtung – ihre zahlreichen publizistischen und literarischen Texte blieben dagegen weitgehend unberücksichtigt. Die Autorin untersucht auch bisher unbekannte Texte und stellt die enge Verbindung zwischen den literarisch-künstlerischen und den politischen Schriften Nelkens heraus. Ihr Augenmerk gilt dabei den verschiedenen Formen von Nelkens Kritik an der Gesellschaft und insbesondere an den herrschenden Geschlechterverhältnissen vor und während des Exils.
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2.0 Margarita Nelken und die Feminismusbewegung in Spanien (1919–1935)

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Im Zentrum der folgenden Betrachtungen der publizistischen Werke Margarita Nelkens steht die Frage nach ihrem gesellschaftskritischen Engagement in Bezug auf die Feminismusbewegung und somit ihrer Bewertung der Rolle der Frau in der spanischen Gesellschaft. In diesem Zusammenhang wird eine Einordnung der Autorin aus der Sicht der feministischen Theorie vorgenommen, wobei sich zeigen wird, dass Nelkens Grundgedanken sowohl egalitäts- als auch differenzfeministische Aspekte aufweisen. Als Vergleichstext wird unter anderem auf das Werk „Le deuxième sexe“ (1949) von Simone de Beauvoir Bezug genommen, da sich – wie im Folgenden gezeigt wird – für die Analyse relevante Vergleichspunkte zu Nelkens Argumentation hinsichtlich der Geschlechterdifferenz ergeben. Da Nelken selbst einen Bezug zwischen ihren sozialkritischen Thesen und der Novemberrevolution in Deutschland 1918/19 sieht78, wird in der folgenden Analyse neben spanischen Denkern und Simone de Beauvoir auch Gedankengut deutscher Theoretikerinnen zum Vergleich herangezogen.

Nelkens zentrale Kritikpunkte in ihrem publizistischen Werk vor 1936 können unterteilt werden in die Arbeitssituation, die allgemeinen Lebensbedingungen und die Gesetzeslage. Für das Verständnis und die Situierung ihrer diesbezüglichen Argumentation ist die geschichtlich-gesellschaftliche Ausgangssituation in Spanien wesentlich. Aus diesem Grund werde ich im Folgenden zunächst die jeweiligen zeitgenössischen Zustände kurz abhandeln und dann in den Kapiteln 2.2, 2.3 und 2.4 auf Margarita Nelkens hierzu formulierte Kritik eingehen. Das Ziel dieses Kapitels ist es, einen Überblick über die zeitgenössische politische und gesellschaftliche Lage in Spanien und über Nelkens Reaktion auf diese zu geben. Da es sich bei ihren publizistischen Werken nicht...

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