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Denken des Empraktischen

Edited By Konstanze Caysa and Harko Benkert

Der Band thematisiert Karl Bühlers Idee des Empraktischen, fasst sie aber zugleich weiter, indem nicht nur auf sprachlich-implizites, sondern leiblich-implizites Vollzugshandeln eingegangen wird. Im Empraktischen geht es demzufolge um leiblich-implizite Wissensformen. Das Empraktische ist ein Wissen-Haben im Tun-Können. Empraktisch wissen wir, was wir wissen, solange wir nicht danach gefragt werden. Oder anders ausgedrückt: Empraktisches Wissen ist ein Wissen, das wir solange haben, solange wir es nicht metastufig problematisieren. Selbst die Reflexionswissenschaft Philosophie, deren Tun wesentlich in der Reflexion besteht, funktioniert wie Sport, Sex, Wissenschaft und Kunst auf der Basis des Empraktischen. Der Band thematisiert demzufolge das Empraktische auf zwei Ebenen: auf der Ebene der Philosophie und auf der Ebene der Kunst.
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Sebastian Rödl - Wille, Neigung, Gesetz

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Sebastian Rödl

Wille, Neigung, Gesetz1

Praktisches Überlegen antwortet auf die Frage „Was soll ich tun?“ oder „Was tun?“. Ein praktischer Grund ist, was diese Frage beantwortet. Man kann den Begriff des praktischen Grundes klären, indem man die Form der Aussagen beschreibt, die praktische Gründe geben. Ich bespreche drei Formen: Wollen, Neigung, Gesetz.

Die folgende scheint eine grundlegende Form, zu überlegen, was man tun soll: Ich will B tun und überlege, wie das zu tun wäre. Ich bemerke, dass es mich B näher brächte, wenn ich A täte, und schließe, dass ich A tun sollte. Das also ist unsere erste Form praktischen Überlegens: Ich sollte A tun, denn ich will B tun. Ich nenne das einen instrumentellen Syllogismus.

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