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Denken des Empraktischen

Edited By Konstanze Caysa and Harko Benkert

Der Band thematisiert Karl Bühlers Idee des Empraktischen, fasst sie aber zugleich weiter, indem nicht nur auf sprachlich-implizites, sondern leiblich-implizites Vollzugshandeln eingegangen wird. Im Empraktischen geht es demzufolge um leiblich-implizite Wissensformen. Das Empraktische ist ein Wissen-Haben im Tun-Können. Empraktisch wissen wir, was wir wissen, solange wir nicht danach gefragt werden. Oder anders ausgedrückt: Empraktisches Wissen ist ein Wissen, das wir solange haben, solange wir es nicht metastufig problematisieren. Selbst die Reflexionswissenschaft Philosophie, deren Tun wesentlich in der Reflexion besteht, funktioniert wie Sport, Sex, Wissenschaft und Kunst auf der Basis des Empraktischen. Der Band thematisiert demzufolge das Empraktische auf zwei Ebenen: auf der Ebene der Philosophie und auf der Ebene der Kunst.
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Katharina Liebsch - Routinen. Wissen in Aktion

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Katharina Liebsch

Routinen. Wissen in Aktion1

Handeln im Unterricht ist geprägt von einem andauernden Sich-Einlassen auf Unsicherheit und Unerwartetes. Neues und Unbekanntes ist in jeder Unterrichtssituation gegenwärtig, da Personen, Konstellationen, Inhalte und Argumente wie auch Handlungen in Unterrichtssituationen zwar stark reguliert und standardisiert sind, Variationen, Veränderungen und Störungen der standardisierten Handlungsabläufe aber gleichermaßen zum Alltag und gewissermaßen zur Regel gehören. Lehrerinnen und Lehrer brauchen deshalb ein Handlungs- und Verhaltensrepertoire, in dem ein routiniertes Erleben von Neuem genauso vorhanden ist, wie Neugier und Interesse an Veränderung und Neuerungen, die zum Durchbrechen von Routinen anregen. Sie benötigen Verfahren, die im Umgang mit neuen Situationen, neuen Personen und neuen Inhalten Handlungsabläufe und Handlungsvollzüge stabilisieren, die Kontinuität gewähren und bei der Gestaltung von anstrengenden Neuanfängen eine Ressource zur Bewältigung von Anforderungen darstellen.

In der Diskussion um die Professionalität von Lehrerinnen und Lehrern spielt deshalb das Vermögen, neue Handlungssituationen und Handlungserfordernisse mit Hilfe von Routinen zu meistern, eine wichtige Rolle. Mit Verweis auf ein implizites Wissen der Professionellen wird in dieser Diskussion darauf abgehoben, dass sich Expertentum und Professionalität gerade an einer Art des routinierten Umgangs mit Neuem zeige, den die Akteure teilweise selbst gar nicht explizieren können.

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