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Die Neue Türkei

Eine grundlegende Einführung in die Innen- und Außenpolitik unter Recep Tayyip Erdoğan

Yunus Yoldaş, Burak Gümüș and Wolfgang Gieler

Dieser Sammelband bietet einen umfassenden Einblick in das Wesen der «Neuen Türkei». Die seit 2002 ununterbrochen regierende moderat-islam(ist)ische Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung und ihr damaliger Anführer und heutiger Staatspräsident Erdoğan haben den innen- und außenpolitischen Wandel der Türkei vorangetrieben und selbstbewusst die «Neue Türkei» proklamiert. Allerdings weicht die anfängliche Euphorie der Ernüchterung. Der EU-Beitrittsprozess steckt fest, während Vorwürfe über autoritäre Tendenzen, Korruption, Einmischung in die Privatsphäre, Reislamisierung der Innen- und Außenpolitik lauter werden. Experten aus Deutschland und der Türkei liefern in diesem Sammelband kritische Einblicke in die Innen- und Außenpolitik des sich im Umbau befindlichen Landes und erläutern sowohl Errungenschaften als auch Probleme der türkischen Transformationsgesellschaft.
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AKP als neuer Akteur in der türkeistämmigen transnationalen Diaspora in Deutschland: Spielräume und Grenzen ihrer Mobilisierungsmöglichkeiten

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1.  Interesse der Türkei an Türkeistämmigen in Deutschland – konjunkturell bedingt oder Teil einer politischen Strategie?

In den letzten Jahren hat das Interesse der türkischen Regierung für die Türkeistämmigen in Deutschland zugenommen. Interventionen türkischer Politiker in Angelegenheiten, die die Türkeistämmigen in Deutschland betreffen, standen in deutschen Medien, in der Politik und Öffentlichkeit vielfach in der Kritik und sorgten zuweilen für Verstimmungen in deutsch-türkischen diplomatischen Beziehungen. Ist dieses zunehmende Interesse der türkischen Regierung konjunkturell bedingt oder Teil einer politischen Strategie?

Die Türkei hat gegenüber den türkischen Migranten im Ausland von Beginn der staatlich induzierten Arbeitsmigration an eine transnationale Migrationspolitik betrieben. Zentral für diesen staatlichen Transnationalismus war eine defensive Lenkungs- und Identitätspolitik, mit der die türkischen Regierungen versuchten, die Bindungen der Arbeitsmigranten an ihr Heimatland und ihre Loyalität zum türkischen Staat zu konservieren und zu stärken. Ein weiteres Ziel war es, die Assimilation der im Ausland arbeitenden Bürger an die jeweiligen Landeskulturen und ihren Bruch mit der Türkei und der »türkischen Kultur« zu verhindern. Während der AKP-Regierung hat sich die türkische transnationale Politik gegenüber den Türkeistämmigen im Ausland zu einer aktiven transnationalen Diasporapolitik entwickelt. Im Rahmen dieser »neuen« Diasporapolitik ← 379 | 380 → wurden nicht nur eine »neue« Sprache, sondern auch neue staatliche Institutionen etabliert. Gleichzeitig hat sich aber die AKP, die in der Türkei seit 2002 alleine...

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