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Die Neue Türkei

Eine grundlegende Einführung in die Innen- und Außenpolitik unter Recep Tayyip Erdoğan

Yunus Yoldaş, Burak Gümüș and Wolfgang Gieler

Dieser Sammelband bietet einen umfassenden Einblick in das Wesen der «Neuen Türkei». Die seit 2002 ununterbrochen regierende moderat-islam(ist)ische Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung und ihr damaliger Anführer und heutiger Staatspräsident Erdoğan haben den innen- und außenpolitischen Wandel der Türkei vorangetrieben und selbstbewusst die «Neue Türkei» proklamiert. Allerdings weicht die anfängliche Euphorie der Ernüchterung. Der EU-Beitrittsprozess steckt fest, während Vorwürfe über autoritäre Tendenzen, Korruption, Einmischung in die Privatsphäre, Reislamisierung der Innen- und Außenpolitik lauter werden. Experten aus Deutschland und der Türkei liefern in diesem Sammelband kritische Einblicke in die Innen- und Außenpolitik des sich im Umbau befindlichen Landes und erläutern sowohl Errungenschaften als auch Probleme der türkischen Transformationsgesellschaft.
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Die neue Führung der Türkei unter Recep Tayyip Erdoğan. Die Präsidentenwahl am 10. August 2014

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1.  Einführung

Bei der Betrachtung des Themas „Präsidentschaftswahlen in der Türkei“ handelt es sich um eines der schwierigsten und zugleich interessantesten Themen der Wahlsoziologie. Bei der türkischen Präsidentenwahl am 10. August 2014 kandidierten Premierminister Recep Tayyip Erdoğan, Selahattin Demirtaş und Ekmeleddin İhsanoğlu für das Amt des Staatspräsidenten. Es kommt nur sehr selten vor, dass eine Person wie Recep Tayyip Erdoğan es schafft, die Aufmerksamkeit der türkischen wahlberechtigten BürgerInnen im In- und Ausland mit seinen Zukunftsprojekten und mit seiner innenpolitischen Agenda auf sich zu ziehen. Seine Beliebtheit unter der türkischen Bevölkerung ist nicht zu unterschätzen, da er sein Land vor Jahren aus der schlechten wirtschaftlichen Lage befreit und zu einer starken Wirtschaftsnation vorangetrieben hat. Erdoğans Beliebtheit hat sich auch bei dieser umstrittenen Präsidentschaftswahl deutlich gezeigt, denn sein Vorsprung auf seine Gegner war deutlich größer, was ihm schließlich im ersten Wahlgang zum Wahlsieg verhalf. Recep Tayyip Erdoğan wurde somit als neuer Staatspräsident der Republik gekürt. Jetzt warten auf ihn neue Aufgaben und Herausforderungen, die ihn während seiner fünfjährigen Amtsperiode beschäftigen werden, und über alle Kritiken hinweg bleibt die Frage offen, inwiefern Erdoğan in seiner Rolle als neues Staatsoberhaupt seine Aufgaben und Ziele überhaupt umsetzen kann.

Der politische Historiker Hikmet Özdemir bilanziert in seinem Werk „Atatürk’ten Günümüze Cumhurbaşkanlığı Seçimleri“ („Präsidentschaftswahlen seit der Ära...

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