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Die Neue Türkei

Eine grundlegende Einführung in die Innen- und Außenpolitik unter Recep Tayyip Erdoğan

Yunus Yoldaş, Burak Gümüș and Wolfgang Gieler

Dieser Sammelband bietet einen umfassenden Einblick in das Wesen der «Neuen Türkei». Die seit 2002 ununterbrochen regierende moderat-islam(ist)ische Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung und ihr damaliger Anführer und heutiger Staatspräsident Erdoğan haben den innen- und außenpolitischen Wandel der Türkei vorangetrieben und selbstbewusst die «Neue Türkei» proklamiert. Allerdings weicht die anfängliche Euphorie der Ernüchterung. Der EU-Beitrittsprozess steckt fest, während Vorwürfe über autoritäre Tendenzen, Korruption, Einmischung in die Privatsphäre, Reislamisierung der Innen- und Außenpolitik lauter werden. Experten aus Deutschland und der Türkei liefern in diesem Sammelband kritische Einblicke in die Innen- und Außenpolitik des sich im Umbau befindlichen Landes und erläutern sowohl Errungenschaften als auch Probleme der türkischen Transformationsgesellschaft.
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Vorwort

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Seit ihrer Staatsgründung im Jahre 1923 hat die Türkei einen Modernisierungsprozess durchschritten, der ihre Gesellschaft, Wirtschaft und Politik tiefgreifend verändert hat. Nicht nur wegen ihrer geopolitischen und strategischen Position, sondern auch wegen ihrer blühenden Wirtschaft in der letzten Dekade, so dass ihr noch mehr großes Interesse zukommt. Spektakuläre, visionäre und zukunftsweisende gigantische Bauprojekte wie der geplante 45 km lange Istanbuler Kanal nordwestlich des Bosporus, die dritte Bosporus-Brücke und der dritte internationale Flughafen prägen, wie die sich seit dem letzten Jahrzehnt sich in den Himmel erstreckenden unzähligen Wolkenkratzer, das (Selbst-)Bild der sich unter Staatschef Erdoğan ihren Möglichkeiten wieder gewahr gewordenen engagierten und sich mit ihrer osmanischen Vergangenheit im Klaren befindlichen Neuen Türkei, mit der die EU Beitrittsverhandlungen begonnen hat.

Das Bild des Landes zwischen Europa und Asien, das sich zwischen der arabisch- islamischen Welt und dem Westen als selbstbewusster Vermittler betätigen und innenpolitische Freiheiten für Unternehmer und Muslime sowie Minderheiten werden wollte, beginnt sich allerdings negativ zu wandeln. Die anfängliche Euphorie weicht der Ernüchterung und der Beitrittsprozess steckt seit Jahren fest, während Vorwürfe über autoritäre Tendenzen, Einmischung in die individuelle Privatsphäre von Bürgern, Reislamisierung der Innen- und Außenpolitik lauter werden und das polizeiliche Vorgehen bei den landesweiten Gezi-Proteste sowie die halbherzige Intervention gegen die glaubensfanatische Terrormiliz Islamischer Staat Ankara regional und international zunehmend isolieren. Zahlreiche deutsche und deutsch-türkische sowie türkische Politikexperten...

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