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Energetisches Regionalisieren

Transformationspraktiken der Energiewende am Beispiel der Biogaserzeugung

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Fabian Faller

Die Energiewende ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Die räumlichen Aspekte dieser sozio-technischen Transformation sind Gegenstand der vorliegenden Studie, die sich auf die Bioenergieerzeugung im deutsch-luxemburgischen Grenzraum konzentriert. Inspiriert von der Praktikenforschung rücken routinierte und improvisierte soziale Handlungen der Betreiber von Biogasanlagen in den Mittelpunkt. Die Untersuchungsergebnisse decken die Routinen der Biogaserzeuger auf und zeigen, wie durch energetisches Regionalisieren die räumlichen Kontexte der Energiewende hervorgebracht und verändert werden. Damit rückt der Autor erstmals Praktiken der Energieerzeugung in den Forschungsfokus und legt zugleich einen innovativen Ansatz für deren Erforschung vor.
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Zusammenfassung

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Seit etwas über einem Jahrzehnt ist die Energiewende ein wichtiger Gegenstand der geographischen Forschung. Insbesondere regionalen Transformationen hin zu einer erneuerbaren Energieinfrastruktur kommt dabei Aufmerksamkeit zu. Die Analyseeinheit „Region“ wird verstanden als ein Handlungsraum, der in Übereinstimmung mit politisch-administrativen Raumeinheiten steht und zwischen der lokalen und nationalen Ebene liegt (vgl. Gailing/Röhring, 2014, 7). Gesellschaftliche, energiebezogene Zusammenhänge werden innerhalb dieser Region oder zwischen verschiedenen Regionen betrachtet. Akteure und deren Netzwerke werden dabei beleuchtet und analysiert, wie diese ihren Handlungsraum prägen. Da die Analyseregion a priori gesetzt ist, wird deren Entstehung und Veränderung allerdings nicht weiter hinterfragt. Mit diesem Forschungsbedarf beschäftigt sich die vorliegende Arbeit.

Inspiriert von der Praktikenforschung rücken in der vorliegenden Arbeit routinisierte und improvisierte soziale Handlungen sowie Akteure und Gemeinschaften in den Mittelpunkt. Insbesondere die Entstehung und Verbreitung von Routinen, die Wirkungsmechanismen alternativer sozialer Handlungen, communities of practice und der Akteursbegriff werden als wesentlich für Transformationen wie die Energiewende herausgearbeitet. Aufbauend auf den Transition Studies werden darüber hinaus die Aspekte Raum, Ebenen und agency integriert, die es ermöglichen, die Evolution sozio-technischer Systeme aus räumlicher Perspektive zu beleuchten.

Am Beispiel einer Fallstudie über die Biogaserzeugung untersucht die vorliegende Arbeit, wie durch die Praktiken „Konfiguration“ und „Betrieb“ ein Biogassektor konstituiert wird, wie er sich im Laufe der Zeit verändert und welche räumlichen Aspekte dafür von Bedeutung sind. Das gewählte Untersuchungsgebiet setzt sich aus Luxemburg und dem westlichen Rheinland-Pfalz zusammen (vgl. Kap....

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